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Suizid: Für viele Jugendliche der einzige Ausweg Probleme oder Depression zu bekämpfen

Erhöhte Suizidgefahr bei Jugendlichen

26.06.2012

Weltweit steigt die Freitod-Rate von Jugendlichen, die Probleme werden oft zu spät erkannt.

“Ich habe einfach keinen Bock mehr, das Leben ist doch zum kotzen, ich mache Schluss damit”, sagt eine Freundin. Schnell bietet man die tröstende Schulter. Aber wie ernst sollte man derartige Aussagen nehmen? Läuft die Freundin möglicherweise Gefahr sich das Leben zu nehmen? Immer mehr Jugendliche nehmen sich das Leben. Weltweit wird die Gefahr des Suizids unterschätzt.

Alles okay?

In Deutschland sinkt die Suizidrate, während sie sonst nahezu überall auf der Welt zunimmt. Trotzdem nehmen sich in Deutschland 300 von 100.000 Mädchen das Leben. Bei den Jungs ist die Zahl deutlich niedriger und beträgt 170 pro 100.000. Diese Zahlen veröffentlicht das Nationale Suizid Präventionsprogramm. Es sind erschreckende Zahlen. 

Wieso nehmen sich Menschen das Leben? Oft ist es unter Einfluss von Drogen oder Alkohol. Die Verzweiflung den Schulabschluss nicht geschafft zu haben oder der Verlust eines geliebten Menschen können Gründe sein. Viele Schätzungen der suizidgefährdeten Jugendlichen liegen dabei wohl noch weit unter der Realität. Einen Suizidversuch unternehmen im Schnitt noch weitere sechs Menschen. Laut der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist Suizid somit ein extremes Gesundheits- und Gesellschaftsproblem.

Ehe oder Suizid? 

Weibliche Jugendliche verlieren ihr Leben am häufigsten durch Suizid. Bei männlichen Jugendlichen steht diese Todesursache auch schon an dritter Stelle. Dem britischen Wissenschaftsmagazin "The Lancet" zu folge ist die Suizidrate in Schwellenländern noch extremer. In Indien sterben genauso viele Männer durch Suizid, wie durch Verkehrsunfälle. "Durch Suizid sterben fast genau so viele männliche Inder im Alter zwischen 15 und 29 wie bei Verkehrsunfällen und fast genauso viele junge Frauen, wie durch Komplikationen bei Schwangerschaft und bei der Geburt", so Vikram Patel von der London School of Hygiene and Tropical Medicine, zu Focus Online.

Interessant ist auch, dass die Inderinnen und Chinesinnen sich prozentual öfter in einer Ehe das Leben nehmen. Die einfachste Möglichkeit wäre, sich scheiden zu lassen oder zu trennen. Leider ist Suizid oft der letze Ausweg für diese Frauen. In Europa würden sich mehr Frauen das Leben nehmen, wenn sie geschieden wären oder jemand Geliebten verloren hätten. 

Wieso nehmen sich diese Frauen das Leben? Ein weltweites Problem ist: Suizidgefahr wird zu spät erkannt. Man weiß nicht viel darüber, warum sich junge Männer und Frauen das Leben nehmen. Probleme werden oft nicht mit den Angehörigen geteilt, aus Angst verurteilt zu werden.

Gift oder der Todessprung?

“Die meisten Leute glauben: Wer Suizid begehen will, der findet ein Mittel”, so Professor Paul Yip von der Universität Hong Kong, auf Focus Online. So sollen Insektenvernichter in Indien unbedingt unzugänglicher gemacht werden, soll der Waffenkauf in den USA erschwert und sollen Barrieren an Brücken errichtet werden. Jedes Hilfsmittel, mit dem ein Leben auf der Welt behalten werden kann, muss eingesetzt werden. 

Die WHO, geht davon aus, das rund eine Millionen Menschen weltweit jährlich an Suizid sterben. Da muss es doch irgendetwas geben, was man dagegen tun kann? Es gibt mittlerweile auch Websites im Internet, die anonym Hilfe anbieten. Oft wird das Problem aber einfach zu spät entdeckt.

Ich stehe hinter dir

"Hey, gibt es irgendetwas über das du reden möchtest?", frage ich meine Freundin. Ich möchte ihr zeigen, dass ich da bin und ihr gerne helfen will. Man ist ja manchmal auch in Situationen, in denen man einfach gar keine Lust mehr hat. Es tut gut, jemanden zu haben, der einem zeigt, dass man wichtig ist, der einem zuhört. So können Probleme leichter und schneller aus der Welt geschafft werden. Zu zweit ist man eben immer stärker als alleine.

Bild: RenaudPhoto unter cc-by-sa