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EU-Kommissarin für Digital Agenda zu Gast

"Wir werden die Twitters lesen"

24.08.2012
Wir berichten von der "Campus Party Europe" aus Berlin

Die EU-Kommissarin für Digital Agenda zeichnet junge Start-Ups aus - und offenbart wenig Social-Media-Affinität.

Das Wort bleibt hängen: „Twitters“ hat sie gesagt, gleich mehrfach. Nun muss man die Angelegenheit auch nicht unnötig dramatisieren. Obwohl dieses „Twitters“ eines wunderbar demonstriert: Zwischen dem Internet und jenen, die darüber entscheiden wollen, liegt noch ein verdammt langer Weg. Denn die Dame im adretten Kleid, die sich auf der „Campus Party Europe“ in Berlin diesen kleinen Neologismus ausgedacht hatte, war keine Geringere als die Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission, Neelie Kroes. Was die Bewertung der „Twitters“ jedoch in nicht ganz unerheblichem Maße beeinflusst ist die Tatsache, dass die Niederländerin innerhalb der Europäischen Kommission obendrein nämlich zuständig ist für die „Digital Agenda“, und damit im Prinzip Europas politische Internetchefin ist.

Preisverleihung und Gesprächsrunde

Die Politikerin der niederländischen „Liberalen Partei für Frieden und Demokratie“ (VVD) war am Freitag nach Berlin gekommen, um ein wenig Präsenz zu demonstrieren und die neun Gewinner der deutschen „WayraWeek“ auszuzeichnen. Im Rahmen der „WayraWeek“ haben junge Start-Ups die Möglichkeit ihre Geschäftsideen vorzustellen und eine Jury in einem vorgegebenen Zeitrahmen von ihrer Idee zu überzeugen.

Anschließend folgte eine kleine Runde mit vier Campuseros, die zwischen dem 15.Mai und Ende Juni Ideen und Anmerkungen twittern konnten, die sich rund um die Digital Agenda drehen. Jonathan aus Frankreich sprach über Nachholbedarf, wenn es um die Vernetzung zwischen jungen Talenten und Start-Ups geht. 

Daniel (England) wünscht sich mehr Sicherung der Privatsphäre im Internet und eine gemeinschaftliche Überwachung von Lizentverträgen, etwa im Rahmen einer Ampel, die über eine Software oder ein Plug-In geschaltet werden könnte. Pablo (Spanien) stellte kurz die Internetpräsenz „Floqq“ vor, auf der Lern- und Lehrwillige zusammengeführt werden, und Luiz (Mexiko) sprach von der Idee ein soziales Netzwerk zu gründen, dass Ärzte und Patienten zusammenführt. 

So viele talentierte Menschen

Dann war die EU-Kommissarin an der Reihe ein kurzes Statement zu den Vorschlägen abzugeben: Mit „I've never been in front of an audience with so many talented people in it“ leitete Sie ihr nur fünf Minuten umfassendes Statement ein und lobte im Anschluss „how non-selfish“ all diese Vorschläge seien, und dass sie genau das sehr beeindrucke. Von Seiten der „Campus Party Europe“-Veranstalter hatte sie zuvor eine kleine Auswahl an Tweets zur Digital Agenda bekommen und versprach mehrmals all diese „Twitters“ auch tatsächlich zu lesen.

 

Bildquelle: CPEurope