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Movember zum ersten Mal in Deutschland

Hippe Charity

31.10.2012

Movember will über Prostatakrebs aufklären – mit einem Hipster-Accessoire.

Wie sexy ein Schnurrbart ist, darüber lässt sich wahrlich streiten. Stoff für Diskussion bietet er in jedem Fall. Wer ansonsten glatt rasiert ist und plötzlich mit Rotzfahne auf der hippen Party auftaucht muss sich erstmal rechtfertigen. 

Movember begann mit einer Bierwette in Australien

Bei der Aktion "Movember" geht's aber nicht um Attraktivität, sondern um Aufklärung. Aufklärung über Prostatakrebs. Die Idee dahinter: Männer lassen sich während des Novembers einen Schnurrbart (englisch: Moustache) wachsen und dokumentieren das Wachstum mit Fotos. Auf der Seite von Movember können sich Männer (und sympathisierende Frauen) als "Mo Bros" und "Mo Sistas" registrieren, ein Profil anlegen, und so Spenden sammeln. 
Im Jahr 2003 begann der Oberlippen-Wahnsinn in Australien, als zwei Freunde bei einen Bier wetteten, wer sich im November den schönsten Schnurrbart wachsen lassen könnte. Sie begeisterten weitere 30 gute Freunde für diese haarige Angelegenheit. Jeder sprach die Australier auf ihre neue Behaarung an. Ein Jahr später starteten die Jungs den Wettbewerb erneut – aber dieses Mal wollten sie die Aufmerksamkeit nutzen, die ihnen der Schnauzer brachte. 

30 Männer sterben in Deutschland jeden Tag an Prostatakrebs

Seit 2004 hat die Organisation nach eigenen Angaben 215 Millionen Euro Spenden gesammelt. Die sollen in die Erforschung von Prostatakrebs gesteckt werden. Aber wichtiger als das finanzielle scheint fast die Aufmerksamkeit für das Thema. JC, einer der Movember-Gründer, erklärte ZEITjUNG: "Männer gehen häufig weniger sorgsam mit ihrer Gesundheit um als Frauen." Dass die Krebs-Vorsorge zu kurz kommt, scheint sich in den Zahlen wieder zu spiegeln, die Movember für Deutschland veröffentlich: Bei 60.000 Männern wird jährlich Prostatakrebs diagnostiziert, 11.000 sterben jedes Jahr daran. 

Das Bundesministerium rät deshalb allen Männern, die älter als 45 Jahre sind, sich jährlich auf Prostatakrebs untersuchen zu lassen. Es gibt auch eine umfangreiche Tabelle, herausgegeben von Ministerium, ab wann welche Krebsvorsorge notwendig wird. Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. ist in Deutschland Gesundheitspartner von Movember, und auch der Spendenempfänger. Wie oft Männer tatsächlich zur Vorsorge gehen, lässt sich nicht einwandfrei nachweisen. Die BPS kennt jedoch einzelne Statistiken, nach denen nur 15 bis 25 Prozent die regelmässig notwendige Vorsorgeuntersuchung machen. Movember will das ändern, betont auch JC: "Unsere Kampagne will mehr Aufmerksamkeit und ein stärkeres Bewusstsein für die Gesundheit von Männern schaffen, besonders für die Gefahr von Krebs."

Shave it up, Mo Bros!

Außer in Deutschland und in Australien findet der Movember noch in Kanada, den USA, Großbritannien, Irland und Norwegen statt. "In diesem Jahr haben wir von 14 auf 21 Länder aufgestockt", berichtet JC. Die teilnehmenden Mo Bros und Mo Sistas schließen sich in Teams zusammen und konkurrieren um den schönsten Bart und die größte Spendensumme. Wichtig: Am 1. November müssen alle Mo Bros mit blank rasierter Oberlippe starten.

Übrigens, liebe Männer: Ob ein Schnurrbart gut aussieht, ist streitbar. Aber Gesundheitsvorsorge, die ist immer sexy. 
Bildquelle: Movember