Warum Brillenträger sich nicht verstecken sollten

Brille-Gesicht-Modell

Sie war das Markenzeichen von Elton John, Bono konnte ohne sie nicht leben und Udo Lindenberg trägt sie wahrscheinlich sogar zum Schlafen. Die Rede ist von einer Brille. Optischer Hingucker, modisches Accessoire oder Lifestyle-Statement – die gesellschaftlichen Funktionen der Brille gehen heutzutage weit über die einer simplen Sehhilfe hinaus. „Sag mir, welche Brille du trägst, und ich sag dir, wer du bist.“ Das entspricht in Zeiten von medialer Selbstinszenierung und Markensucht immer mehr der Wahrheit. Eine Brille als Modeschmuck? Früher war sie als Nasenfahrrad verschrien und ein unmissverständliches Zeichen für Nerd-Alarm. Doch spätestens mit Aufkommen der gläserlosen Hornbrille auf der Hipster-Nase erklomm die Brille endgültig die Fashion-Bühne des Street Styles. Der Spießer-Look ist wieder in, und die Brille auch. Ganz egal ob ein Klassiker wie die Ray-Ban mit ihrem edlen, zeitlosen Design oder ein Trendmodell mit auffälligen Verzierungen: Brillenträger müssen sich nicht verstecken, sondern können selbstbewusst die Vorteile nutzen, die ihnen die Brille im sozialen Leben bietet.

Intelligenter und attraktiver: Die Sehhilfe macht’s

Sind Brillenträger wirklich intelligenter als der Durchschnitt? Dieses Klischee hält sich hartnäckig. Aber warum eigentlich? Dafür gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Einerseits verbindet man Brillen mit der Tätigkeit des Lesens, die man wiederum mit Wissen assoziiert. Man vermutet also automatisch, dass die Sehschwäche von Brillenträgern vom übermäßigen Lesen schlauer Bücher herrührt und dass sie deswegen mehr wissen als andere. Andererseits sind Brillen symmetrisch und sorgen damit für harmonische, gleichmäßige Gesichtszüge. Es ist also egal, ob man als Brillenträger wirklich intelligenter ist als der Durchschnitt – die Wirkung zählt! Mit Brille sieht man zudem einfach professioneller aus als ohne. Wer das immer noch für einen Mythos hält, sollte sich wissenschaftliche Studien anschauen oder es im Alltag einmal selbst ausprobieren: Testpersonen bewerten ein und dieselbe Person angeblich als kompetenter und vertrauenswürdiger, wenn diese eine Brille trägt.

Mit Brille wirkst du mysteriöser

Aber es gibt noch andere Eigenschaften, die man Brillenträgern zuschreibt: Sie seien mysteriös und undurchschaubar. Auf die Träger von modernen Ultraleichtgestellen ohne Rahmen mag dies vielleicht nicht zutreffen, aber für breite Brillen mit wuchtigem Rahmen und großen Gläsern (zum Beispiel Cateye- oder Visor-Brillen) stimmt das schon. Sie kaschieren nämlich ein wenig die Augenpartie, sodass es schwerer fällt, den Blick des Brillenträgers und die Mimik seiner Augenpartie zu interpretieren. Ob eine Brille deswegen beim Poker-Spiel im Casino hilft, ist allerdings nicht bewiesen.

Eine neue Brille ist wie ein neues Leben. Wer seine Brille gegen eine andere tauscht, wirkt dadurch mitunter gänzlich anders. Das kann dazu führen, dass deine Freunde das Bild überdenken, das sie von dir haben. Damit hat eine neue Brille den gleichen Effekt wie eine radikale Veränderung der Frisur: Du fühlst dich wie ausgewechselt, und der neue Style verleiht dir im besten Fall eine ordentliche Portion Tatendrang.

Wenn du dich manchmal als Brillenträger benachteiligt fühlst oder belächelt wirst, dann denke daran, dass du nicht allein bist. Angeblich brauchen fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland eine Sehhilfe. Die Brillenträger sind demnach in der Mehrheit! Wenn also das nächste Mal jemand einen Witz über dein Brillengestell macht, reagiere cool und gelassen. Du weißt: Es gibt keinen Grund, sich mit deiner Brille zu verstecken!

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Bildquelle: micadew via Flickr unter CC BY-SA 2.0