Schädliche Auswirkungen: Disney versieht Filme mit Warnhinweis

Disneyschloss vor blauem Himmel

Disney-Filme haben unsere Kindheit geprägt. Sie haben uns tapfere Helden und spannende Geschichten geschenkt, unsere Fantasie angeregt und uns zu Tagträumern werden lassen. Egal wie nervenaufreibend, traurig oder aufregend die Abenteuer von Simba, Bambi und Co. waren, so gab es am Ende immer ein Happy End. Nun aber reagiert der Erfolgskonzern auf Kritik, denn einige der Filme sind gar nicht so Friede-Freude-Eierkuchen-unproblematisch, sondern schlichtweg rassistisch.

Was macht man mit alten Filmen, die ganz eindeutig rassistische Darstellungen enthalten, wie zum Beispiel in Peter Pan, der sich stereotypisch über die Kultur der amerikanischen Ureinwohner lustig macht und sie sich aneignet? Sollte man diese Filme aus dem Angebot von Disney+ nehmen, oder sie abändern?

Für eine Anpassung des Wortlautes hat sich beispielsweise der Verlag Friedrich Oetinger bei den „Pippi Langstrumpf„-Büchern entschieden. Dort wird das N-Wort gestrichen und der Vater des starken und unabhängigen Mädchens nun als „Südsee-König“ betitelt. Klingt wie eine schnelle und unkomplizierte Lösung des Problems, doch so ganz bereinigt ist es damit nicht. Was bei diesen Ersetzungen zu kurz kommt, ist die Kritik an den Werten und Normen, die die Bücher trotz dessen noch transportieren. Schließlich kann Pippi nur so selbstständig sein, weil sie von ihrem Vater eine große Kiste mit Goldstücken bekommen hat. Diese ermöglicht ihr ein wildes und verrücktes Leben, das weniger vermögende Kinder nicht haben. Der Reichtum von Pippis Vater kommt aus nicht ganz ethisch unbedenklichen Quellen. Er ist als weißer König auf einer Südsee-Insel und herrscht dort über die Eingeborenen. Ein ganz klares Machtgefälle zwischen den Weißen und den „anderen“ und dazu eine unkritische, harmlose Darstellung der Kolonialisierung.

Disney hat sich für einen anderen Weg entschieden. Statt kritische Passagen neu zu überschreiben oder aus dem Angebot zu nehmen, können Kinderprofile nicht mehr auf die kritischen Filme zugreifen. Greift ein Erwachsenen-Profil auf einen solchen Film zu, wird bei der Auswahl ein Hinweis gezeigt, der nicht übersprungen werden kann. Kritischer Content nur noch unter Aufsicht. Laut dem Spiegel soll dies der Wortlaut für die deutschen Fassungen sein:

„Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen und Kulturen. Diese Stereotype waren damals falsch und sind es noch heute. Anstatt diese Inhalte zu entfernen, ist es uns wichtig, ihre schädlichen Auswirkungen aufzuzeigen, aus ihnen zu lernen und Unterhaltungen anzuregen, die es ermöglichen, eine integrativere gemeinsame Zukunft ohne Diskriminierung zu schaffen.“

Immer unterwegs. Momentan wahrscheinlich in den französischen Alpen. Leicht zu begeistern. Ganz besonders für Sport, vegane Leckereien, gute Romane, Yoga und Fremdsprachen.