Durchgesuchtet: Super Mario 3D World

Super Mario World

Wenn neue Videospielkonsolen erscheinen, lassen die Hersteller gern ihre Muskeln spielen. Als „Super Mario World“ zur Markteinführung des Super Nintendo erschien, haben diese gezuckt wie verrückt. Und das nicht nur im grafischen Sinne, sondern auch in puncto Kreativität, Spielwitz und Langzeitspaß. Schon die drei Teile der „Super Mario Bros.“-Reihe übertrumpften andere Jump’n’Runs mit Leichtigkeit. Aber „Super Mario World“ steckte auch diese in die Tasche und setzte dem Hüpf-und-Lauf-Vergnügen die Krone auf.

Wie es das geschafft hat und bis heute, nicht nur dank seiner neuesten Inkarnation, begeistert? Da wären zum einen die Fähigkeiten Marios (und Luigis, ihn wollen wir natürlich nicht vergessen). Mittels einer Feder, die ihnen einen Umhang verlieht, konnten die Klempner von nun an kurzzeitig fliegen und so Bereiche eines jeden Levels erreichen, die zuvor unerreichbar schienen. Ein ganz spezielles Power-up ist grün, besitzt eine lange Zunge und eine knubbelige Schnauze. Richtig, die Rede ist von Yoshi. Tatsächlich hatte er in „Super Mario World“ 1990 seinen ersten Auftritt überhaupt. Mit Yoshi konnte Mario nicht nur viele Gegner einfacher besiegen, sondern war auch besser geschützt. Außerdem ist es nur eine der vielen kleinen, aber so genialen Feinheiten, dass sich die Musik ganz leicht verändert, sobald Mario auf Yoshis Rücken Platz nimmt.

Von Schokohügeln und Sumoringer-Schildkröten

Zum anderen zeichnet sich „Super Mario World“ durch seine immense Kreativität und seinen Umfang aus. Schokoladenhügel, Feuer speiende Rhinozeros-Wesen, Kettensägen und Sumoringer-Schildkröten: All das, wovon man ansonsten vielleicht nur träumt, wenn man zu viel Pizza und Eiscreme gegessen hat, findet man in den Welten von „Super Mario World“. Und davon gibt es nicht zu knapp. Im Erstling tummeln sich satte 96 Level. Das ist selbst heute, mehr als 30 Jahre später, für ein Jump’n’Run nicht wenig. Auch das zeichnet das Spiel aus: Es gilt immer, die Augen und Ohren offen zu halten, denn hinter der nächsten Ecke könnte ein Geheimweg lauern, der das Tor zu einem versteckten Level öffnet. Das erhöht den Wiederspielwert enorm.

Bekannte Charaktere – bewährtes Spielvergnügen

Als seine Mutter während der Schwangerschaft versehentlich Goethes "Die Leiden des jungen Werther" verschluckte, war klar: Dieser Junge wird später schreiben. Hat geklappt! Angetan hat es ihm dabei der Spagat zwischen high culture und low culture - nichts ist zu nieder, nichts ist zu himmelhoch! Will heißen: In seinem Regal steht der Nietzsche neben dem Bruce-Springsteen-Songbook, an seiner Wand hängt Hokusais "The Great Wave" neben dem Adventure-Time-Artwork. Wenn er mal nicht in die Tasten haut, um sich (populär-)kulturellen Welten zu widmen, dann findet ihr ihn mit seinen Joggingschuhen im Grünen oder aber mit seiner Gitarre im stillen Kämmerlein.