Werdet ihr heiraten? 3 Fragen an junge, queere Deutsche zur Ehe für alle

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  • André, 24 Jahre aus Oldenburg

    2015 stimmten sowohl Irland, als auch die USA für die Ehe für alle. Ohne Frage war dies ein großartiger Erfolg für die Rechte der LGBT-Community, nun den Liebesbeweis zu vollziehen, der für die ‚normalen’ Bürger und Bürgerinnen schon immer galt. Ist es also zeitgemäß, dass zwei Jahre nach dem Beschluss in Irland und den USA nun immer noch diskutiert wird?

    Nein, denn eigentlich sollte klar sein: Jeder Mensch, ob heterosexuell, homosexuell, bisexuell, transsexuell, etc., darf den Menschen lieben, den er/sie lieben will. Auf der einen Seite freut es mich, dass die Ehe-Öffnung nun wieder in den sozialen Medien und politischen Kreisen diskutiert wird. Aber mal ernsthaft: 2017 ist nicht unbedingt früh, um diesen Entschluss zu fassen. Ich persönlich ziehe es in Erwägung, später einmal das Ja-Wort zu geben und ich würde dies auch gerne tun, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob ich mich nun in einer Ehe ODER eingetragenen Lebenspartnerschaft befinde, denn das ist beides definitiv nicht das gleiche. Die Grünen haben nun endlich klargemacht: keine Koalition ohne die Ehe für alle, aber warum musste es erst soweit kommen? Warum hat die SPD die Debatte zur Ehe für alle 30 Mal im Bundestag vertagt? Warum muss erst Druck gemacht werden, dass das ‚Bauchschmerzgefühl’ der Kanzlerin versiegt? Wieso muss ein allgemein geltendes Recht auf Ehe und Liebe für alle zu einer Koalitionsvereinbarung werden? Deutschland, du bist im Verzug – die Ehe für alle kommt und das ist gut so.

    Bildquelle: privat