Werdet ihr heiraten? 3 Fragen an junge, queere Deutsche zur Ehe für alle

Ehe_für_alle_Frauke_Bere

  • Julia, 22 Jahre aus München

    Ich bin aufgewachsen in einer Gesellschaft, die die Ehe mehrheitlich als rechtlich anerkannte und geschützte Verbindung von Mann und Frau zu lebenslanger Lebensgemeinschaft definiert (hat?). Alles, was das Thema Heiraten betrifft, habe ich seit jeher nur in heteronormativen Darstellungen gesehen, klischeehaft beladen, Braut und Bräutigam, in Kleid und Anzug. Ich hingegen wusste schon immer, dass ich in dieses Bild so nicht reinpasse. Ob ich selbst heiraten werde, weiß ich nicht, da sich mir nicht erschließt, wieso gerade diese bürokratische, rechtliche Formalität den Höhepunkt meiner Liebe darstellen soll. Vielleicht würde ich sie dazu nutzen, einer Person zum dauerhaften Aufenthaltsrecht zu verhelfen. Wie man ja sieht, war die Ehe für alle schon immer ein politisches Mittel – wieso sollte ich es dann nicht auch für meine politische Zwecke verwenden? Ehe für alle oder Ehe für niemanden! Und Ehegattensplitting abschaffen. Das versteht sich eh.

    Bild: privat