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Eine Liebeserklärung an: Papa

Du bist mein großes Vorbild und mein Fels in der Brandung, Papa. Dafür wollte ich dir heute am Vatertag Danke sagen.

Lieber Papa,

welcher Tag eignet sich besser, um dir einfach mal Danke zu sagen, als der Vatertag? Ein Tag, der offiziell nur dir gehört. Darum Danke, für alles! Du warst der erste Mann in meinem Leben, sozusagen. Lange bevor ich geboren wurde, hast du es dir schon zur Aufgabe gemacht, deiner kleinen Tochter jeden Wunsch zu erfüllen und sie immer zu beschützen. Als ich dann auf die Welt kam, warst du schon da und hast auf mich gewartet. Wenn ich heute die Fotos von meiner Geburt im Familienalbum anschaue, sehe ich dein Lächeln und deine Freude darüber, dein Kind zum ersten Mal in den Händen zu halten. Du warst noch so jung, so neugierig auf die neue Aufgabe als Papa. Ich hätte dich so gerne gekannt, damals mit 30. Hätte gerne gewusst, was für ein Mensch du warst, was deine Freunde über dich dachten, welche Musik du gehört hast und welcher dein Lieblingspulli war. Ein paar Seiten später kommen Bilder von dir, wie du mich auf dem Arm hältst und mit mir durchs Wohnzimmer tanzt. Daneben steht ein Songtext, ein paar Zeilen aus dem Lied „Lena“ von Pur. Wie oft hast du mir dieses Lied vorgespielt, auch noch, als ich schon ein Schulkind war. Und immer hast du mich auf den Arm genommen und mit mir getanzt. Du hast mir das Gefühl gegeben, etwas Besonderes zu sein.

Papa, der Held unserer Kindheit

Ich war deine Supermaus, Daddy’s Little Girl. Du hast mich auf Händen durch meine Kindheit getragen. Aber nicht nur mich, auch meine beiden Brüder, die einmal zwei und einmal sechs Jahre nach mir auf die Welt kamen. Du warst ein Papa, der alles mitmachen und gleichzeitig Entertainer, Vorleser, Handwerker, Doktor, Seelenklempner und Schwimmlehrer sein musste. Du hast mir das Fahrradfahren beigebracht und in unserem Garten eine Schaukel gebaut, du hast mir gezeigt, wie man sich die Schuhe bindet und wie man mit einer elektrischen Zahnbürste seine Milchzähne richtig putzt. Du warst immer für deine Kinder da. Mit Sicherheit bist du auch oft an deine Grenzen geraten, zum Beispiel, als du mir Zöpfe flechten solltest, weil Mama nicht da war – solche Beauty-Dinge zählten einfach nicht zu deinem väterlichen Repertoire. Dementsprechend derangiert sah meine Frisur dann auch aus. Aber was soll’s, du hast dein Bestes gegeben. Wie immer.

Papa, der Familien-Streitschlichter

Als ich älter wurde, kam dann eine Phase, in der sich deine kleine Tochter mit den Zöpfen zu einer großen Zicke mit schlechter Laune entwickelt hat. Daddy war nicht mehr länger der Held, sondern der Böse, der einem verbietet, nachts nach zwölf Uhr draußen rumzulaufen. Damals hatten wir es nicht so leicht miteinander. Wie das eben so ist mit Kindern im Teenageralter. Heute verstehe ich, dass du es immer nur gut mit mir gemeint hast und es tut mir leid, wie zickig ich mich verhalten habe. So eine Teenager-Phase musstest du nicht nur einmal mitmachen, sondern gleich dreimal. Und trotzdem hast du nie aufgegeben, hast immer versucht, die häusliche Harmonie wiederherzustellen. Und wurdest somit zum Familien-Streitschlichter, der abends von der Arbeit nach Hause kam und wieder gerade biegen musste, was tagsüber schief gelaufen ist. Überhaupt warst du immer schon ein Meister darin, die Dinge wieder gerade zu biegen. Wenn ich als Teenager Liebeskummer hatte, hast du mir gesagt, dass ich nicht traurig sein soll – ich hab‘ ja noch dich und du bist sowieso der einzige Prinz in meinem Leben. Naja, Papa, da muss ich dich leider enttäuschen, so ganz stimmt das nicht, aber du hast es geschafft, mir wieder ein Lächeln ins verweinte Gesicht zu zaubern. Bei Misserfolgen in der Schule hast du mir erklärt, dass Noten im Leben nicht alles sind – schließlich hattest du auch kein Einser-Abi und hast es trotzdem weit gebracht.

Papa, unser Multitalent

Ich schätze, wir waren beide froh, als ich endlich aus dem kritischen Alter raus war. Mit dem Abi in der Tasche war ich endlich bereit, fürs Studium in eine fremde Stadt zu ziehen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist mir aufgefallen, was für ein Glück ich eigentlich habe, einen Papa wie dich zu haben. Als Student ist man auf einmal auf sich alleine gestellt, unabhängig von den Eltern – so will man das ja auch. Auf eigenen Beinen zu stehen wäre allerdings bei Weitem nicht so ein Spaziergang für mich gewesen, wenn ich dich nicht als Backup gehabt hätte. Mietvertrag, Stromrechnung, Fernsehanschluss, die kaputte Waschmaschine und natürlich das große Möbelschleppen – bei allem konnte ich mich auf dich verlassen. Unzählige Stapel an Uniunterlagen hast du via Monster-Drucker in deinem Büro ausgedruckt, damit ich mir die Kosten im Kopier-Center sparen kann. Ein einziger Anruf, bei dem ich mich darüber beschwert habe, dass es in meiner Uraltbau-Studentenwohnung schrecklich kalt ist, hat genügt. Am nächsten Tag standest du samt Radiator und Teppich vor meiner Tür, um deine (immer noch) kleine Tochter vor dem Erfrieren zu retten. Ich wüsste nicht, wie ich all diese Dinge ohne dich auf die Reihe bekommen hätte, und ich bin dir dankbar, dass ich ausnahmslos immer auf dich zählen kann. Mit einer unvergleichlichen Selbstverständlichkeit tust du alles für deine Kinder, und wir können dir all das wohl nie angemessen zurückgeben, doch das macht dir nichts aus.

Papa, mein großes Vorbild

Erst in den letzten paar Jahren habe ich begriffen, wie viel du jeden Tag meisterst. Du gehst tagsüber zur Arbeit und wenn du nach Hause kommst, kümmerst du dich um deine Kinder, Frau und um deine Eltern. An den Wochenenden unternimmst du viel mit Freunden, gehst wandern, schaust Fußball, verbringst Zeit mit uns, spielst Theater, grillst für die ganze Verwandtschaft oder renovierst mal eben so das komplette Haus. Wirklich Pause hast du nie und manchmal frage ich mich, woher du deine Energie nimmst. Wie schaffst du das alles? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich dich bewundere. Du kannst stolz auf dich sein, Papa. Stolz darauf, was du alles erreicht hast. Ich wiederum kann stolz sein, dich als Papa zu haben. Und das bin ich auch. Du bist mein großes Vorbild, mein Fels in der Brandung. Ich kenne dich so gut, kenne dich in deinen Hoch- und in deinen Tiefphasen, wobei es letztere nur selten gibt. Denn du bist ein durchweg positiver Mensch, immer gut gelaunt und für jeden Spaß zu haben. Aus dem Stegreif fällt mir keine Situation ein, in der du nicht gut drauf warst. Du nimmst das Leben mit Humor. Das ist deine Stärke, das bist einfach du. Alle kennen dich als lustigen, immer-positiven Menschen, der mit seinen Sprüchen alle zum Lachen bringt. Du bist der humorvollste Mensch, den ich kenne und in meinen schlechten Phasen wäre ich gern mehr wie du. Du hast mir gezeigt, dass man mit der nötigen Prise Humor alles schaffen kann – und dafür bin ich dir unglaublich dankbar, wie für alles andere auch.

Danke, Papa!

Danke Papa, dass es dich gibt! Danke, dass du immer für mich da bist und dass wir alle uns jederzeit und überall auf dich verlassen können. 364 Tage im Jahr erfüllst du uns jeden Wunsch – bis auf heute. Heute am Vatertag bist du der King, heute wirst du verwöhnt. Heute erfüllen wir deine Wünsche, das hast du dir mehr als verdient. Alles Gute zum Vatertag, Papa, und bleib bitte immer so, wie du bist!

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Bildquelle: via Unsplash unter CC0 Lizenz

Kommentare

  1. Wunderschön geschrieben, toller Artikel :) DANKE! Direkt aus dem fernen Australien mit meinem Vaddi geteilt!

    Nini / Antworten

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