Fütterer is(s)t anders: Soja – Darum zerstört vegane Ernährung nicht den Regenwald

Soja für deutsche Lebensmittel kommt aus Europa

Soja für unsere Würstchen, Milchalternativen und Tofuprodukte hingegen stammt aus Süddeutschland, Österreich, Frankreich oder anderen Teilen Europas. Die Region um den Bodensee ist nicht wirklich bekannt für ihre Regenwälder, oder? Viele Produzenten geben mittlerweile auf den Lebensmittelverpackungen sogar an, woher das Soja kommt. Soja für Futtermittel in der Massentierhaltung hingegen wird zum größten Teil aus Südamerika importiert.

Auch diejenigen, die sich Gedanken darüber machen, dass das Soja für Tofu & Co. genmodifiziert sein könnte, kann ich beruhigen. In der EU ist der Anbau von genmodifiziertem Soja nicht erlaubt. Wer zusätzlich auf Nummer sicher gehen möchte, greift zu Bio-Produkten. Bei ihnen ist der Einsatz der Gentechnik gesetzlich verboten.

Aber: Fleisch, Eier und Milch von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, müssen derzeit nicht gekennzeichnet werden!

Fast vier Mal mehr Fläche an fruchtbarem Ackerland wird für die Produktion von Tierfutter genutzt als für die direkte Lebensmittelproduktion (Quelle: Umweltbundesamt). Abgesehen von der enormen Ressourcenverschwendung brauchen die Tiere die Energie neben der Bildung von Fleisch, Eiern und Milch aus dem Futter auch für alle andere Stoffwechselprozesse. Das bedeutet: Rund 80 Prozent der Energie aus der Nahrung verpufft quasi. Wie viel effizienter wäre es, wenn Soja direkt für die menschliche Ernährung genutzt werden würde – ohne Umweg über das Tierfutter?

Gib Soja eine Chance

Wer sich wirklich Sorgen um die Umwelt und den Regenwald macht, sollte also besser auf Fleisch verzichten. Soja ist ein gutes Lebensmittel – und entgegen vieler Behauptungen auch sehr gesund. Für Vegetarier*innen und Veganer*innen gibt es kaum eine bessere Proteinquelle. Warum ist Soja als Kraftfutter für Tiere wohl so beliebt? Neben allen essenziellen Aminosäuren enthält Soja wertvolle ungesättigte Fettsäuren, B-Vitamine, Eisen und verschiedene Mineralstoffe wie Magnesium. 

Die eiweißreichen Bohnen sind in Asien seit tausenden von Jahren ein Grundnahrungsmittel. Und weißt du was? Dort haben die Männer weder Brüste, noch ist die Bevölkerung ausgestorben. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und östrogenabhängige Krebsarten treten außerdem im Vergleich zu westlichen Industrieländern seltener auf.

Hab also keine Hemmungen, dich durch die vielen Tofu- und Sojaprodukte zu probieren, die es mittlerweile gibt. Damit tust du nicht nur deiner Gesundheit, sondern auch den Regenwäldern einen Gefallen.

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Bildquelle: Pixabay; CCO-Lizenz

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.