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Studie: Mit Fremdsprachen zum besseren Ich

„Mir fällt das Wort gerade nur auf Englisch ein“. Du hast diesen Satz schon mal gesagt? Congratulations! Du hast offensichtlich eine außergewöhnlich kreative Persönlichkeit.

Mehrsprachigkeit ist schon lange eine wichtige Voraussetzung für unseren daily-life trouble: Wenn wir die Gags unserer amerikanischen Lieblingsserie wirklich verstehen wollen, müssen wir sie zwangsläufig im Original ansehen. Der Billigflug nach Fuerteventura kann auch schon mal auf einer schwedischen Webseite zu finden sein und spätestens beim Lebenslauf wollen wir gerne mehr angeben als nur „Spanisch: Schulkenntnisse“. Sprechen wir mehr Sprachen als nur unsere Muttersprache, fällt es uns also leichter im Alltag zu brillieren. Wir haben bessere Chancen im Job, vielfältigere Möglichkeiten im Ausland und generell wir uns im richtigen Moment ganz dezent damit profilieren, dass wir fließend Russisch sprechen. Aber das sind nur die offensichtlichen Vorteile, Baby! Wissenschaftler bestätigen jetzt, dass Multilingualität sowohl dein Denken, als auch deine Persönlichkeit verändern kann.

 

Bilinguale Menschen sind kreativer

 

Wechselst du im Gespräch von einer Sprache zur anderen, dann ist das kein Ausdruck von reiner Angeberei, sondern zeigt, dass du dein Gehirn flexibel und lösungsorientiert einsetzen kannst. Eine Studie in der Zeitschrift The International Journal of Bilingualism zeigte auf, dass zweisprachige Kinder bei Testaufgaben sowohl kreativer, als auch lösungsorientierter herangehen konnten.

Sprichst du mehrere Sprachen, hast du eine größere Tendenz zur Empathie. Dir fällt es leichter, dich auf deine Mitmenschen einzulassen und zu reflektieren, wer welchen Kontext versteht und warum in einem bestimmten Umfeld eine andere Sprache gesprochen werden muss. Außerdem fällt es mehrsprachigen Personen leichter, Bedeutungen von Worten und deren eigentlichen Inhalt zu differenzieren und dementsprechend einfühlsamer zu sein. Eine weitere Studie der Cornell Universität hat ergeben, dass von Geburt an mehrsprachig aufgezogene Kinder sehr gut die Perspektive anderer Menschen annehmen können und darüber hinaus wesentlich besser Gefühle kommunizieren können. Solltet ihr jetzt beunruhigt sein, weil eure Eltern euch nur einsprachig aufgezogen haben, könnt ihr euch trotzdem mit Lob bekleckern: Auch einsprachige Kinder, die aber viel mit einer zweiten Sprache konfrontiert wurden, schnitten in der Studie sehr gut ab. Don´t you worry!

 

Andere Sprache, andere Persönlichkeit?

 

Jetzt wird es jedoch am spannendsten: Switchen wir von einer Sprache in eine andere, so switcht unser Verhalten und unsere Persönlichkeit gleich hinterher! Das sprachliche Umfeld bestimmt nämlich grundsätzlich wie wir handeln, wie wir fühlen und uns gegenüber anderen verhalten.

Zum einen spielt der Kontext, in dem wir die Sprache gelernt haben, eine große Rolle. Waren wir in der Schule sehr gut in Spanisch, kann es leicht passieren, dass wir einen spanischen Dialog mit mehr Mimik und Gestik unterlegen – ja, dass wir uns schneller und temperamentvoller geben, wenn wir sprechen. Wir adaptieren gerne die Kultur, in der die Sprache verwurzelt ist. Sprechen wir also spanisch, verhalten wir uns spanisch. Waren wir jedoch zu Schulzeiten heillos überfordert mit der Sprache, werden wir uns zu jedem Zeitpunkt schüchtern und verhalten geben müssen. Wir kennen es in dem Fall ja nicht anders, haben gar keine Möglichkeit, uns anders zu geben. Ein sarkastisches Ich auf italienisch? Uff. Difficile!

 

„Oh mein Gott, ist das awkward!“

 

Sprachen schenken uns aber auch jedes Mal ein neues Vokabular – das kann uns mehr Ausdrucksmöglichkeiten bieten, viel mehr Gefühlszustände. Für manche Empfindungen kennen wir den deutschen Ausdruck gar nicht mehr. „Awkward“,  „strange“ und „nice“ sind da nur die plakativsten Ausrufe, die sich kaum übersetzbar in unseren Sprachgebrauch geschlichen haben. Wir können aber auch sanfter werden, betonter oder expliziter. Stark mit bestimmten Bildern konnotierte Sprachen wie Französisch schaffen es, dass wir uns intellektuell, sexy und verrucht fühlen – wogegen Sächsisch bei den meisten wohl eher ein gegenteiliges Gefühl auslöst. (No offence!) Durch Sprachen die verschiedene Facetten unserer Persönlichkeit zu entdecken, kann uns wachsen lassen. Es hilft uns Kulturen, Meinungen und Gefühle besser zu verstehen.

Isn´t that awesome?

 

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