Meta-Brille im Visier: Warum deine Datenschützer:innen jetzt Alarm schlagen

Kennst du das Gefühl, im Café zu sitzen und plötzlich zu merken, dass die Person am Nebentisch dich vielleicht gerade filmt, ohne dass du es siehst? Genau das ist das Problem bei smarten Brillen wie Metas Ray-Bans: Die eingebaute Kamera ist so gut getarnt, dass ein winziges LED-Licht oft die einzige Warnung ist, wenn überhaupt jemand hinschaut.

Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz hält diese Technik nach aktuellem Stand für potenziell rechtswidrig. Sein Argument: Nach der DSGVO brauchst du eine erkennbare Aufnahmesituation, aber die Brille sieht aus wie jede andere Sonnenbrille. Die Bundesnetzagentur prüft deshalb, ob ein bundesweites Verkaufsverbot kommt, eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Parallel dazu wächst die Gegenbewegung: Die App „Nearby Glasses“ warnt dich per Bluetooth, wenn eine Smart-Glass in deiner Nähe aktiv ist, und wurde bereits zehntausendfach heruntergeladen.

Ob am Ende ein echtes Verbot steht oder nur strengere Auflagen, ist offen. Klar ist nur: Die Debatte trifft einen Nerv, weil sie eine Frage stellt, die uns alle betrifft, egal ob wir selbst so eine Brille tragen würden. Würdest du in einem Café sitzen wollen, wenn du nicht weißt, wer dich gerade aufnimmt?

Foto von Helin Gezer: https://www.pexels.com/de-de/foto/junge-frau-mit-sonnenbrille-und-hijab-in-den-schatten-31786200/