FeiernFeminismusFreiheitGenderQueer

Oh Baby, ich hab Genderwahn!

Warum ich mir ein Leben ohne Queer-Feminismus nicht mehr vorstellen kann.

Wir sind schön und wertvoll, egal wie und wer wir sind

Doch dann kam Queer-Feminismus. Und im Nachhinein glaube ich, dass es vielleicht sowas wie meine Rettung war. Weil es plötzlich eine Community gab, die mir Bilder, Ideen und Dinge gezeigt hat, die ich aus Mainstream-Diskursen nicht kannte. Zwar war mir schon vorher klar, dass Schönheitsideale konstruiert sind und nicht der Wirklichkeit entsprechen, aber weder Film, noch Fernsehen oder Zeitungen zeigten mir eine Realität abseits dieser. Mir fehlten schlicht und einfach die Vorbilder. Und so lernte ich, wie unheimlich empowernd es ist, anzuerkennen, dass alles schön ist: Ein genderqueerer Mensch mit Konfektionsgröße 46 im Rollstuhl nämlich genau so, wie die schlanken, weißen Frauen, die ich auf Plakaten sah.

Queer-Feminismus hat mir gezeigt, dass man seinen Körper akzeptieren darf, auch, wenn er nicht in bestimmte Schubladen passt. Während ich aus Angst vor Bewertung meines Körpers früher wohl kaum mein T-Shirt vor einer Freundin ausgezogen hätte, weiß ich heute, dass alles an mir komplett normal ist. Ich wüsste auch nicht, was genau überhaupt unnormal sein könnte. Diese Erkenntnis hat mir viel Lebensqualität geschenkt.

Und das ist noch lange nicht alles. Ich fühle mich frei. Dass ich mit anderen Frauen nicht konkurrieren muss, dass mein Wert nicht davon abhängt, wie ich aussehe und, dass ich mit so vielen Menschen ins Bett gehen kann, wie ich will, sind zwar Dinge, die mir im ersten Moment keiner absprechen würde – in der Realität ist es aber durchaus so, dass man all dies erstmal lernen muss. Und ich bin so froh, dass ich das getan habe.

Kommentare

Sag was dazu

Das könnte Dich auch interessieren