Warum Handyspiele die Gaming-Industrie im Sturm erobern

Gaming

Die meisten Gamer sind junge Männer. Doch stimmt das überhaupt oder handelt es sich dabei nur um ein Klischee? Laut dem Marktforschungsinstitut GfK stimmt diese Behauptung schon lange nicht mehr. In Deutschland sind mittlerweile nämlich 47 Prozent aller Gamer weiblich. Unterschiede gibt es aber dennoch beim Spielverhalten der beiden Geschlechter, was unter anderem auch dazu geführt hat, dass Handyspiele die Gaming-Industrie inzwischen dominieren.

 

Ein gutes Smartphone ist zocktauglich

 

Die Zeiten, in denen man als Gamer einen schnellen Gaming-PC oder die aktuellsten Konsolen benötigte, sind in dieser Form nicht mehr wirklich aktuell. Denn mittlerweile spielen immer mehr Menschen auf ihrem Handy.Zwar spielt man die großen Gaming-Blockbuster wie Skyrim, BioShock oder FarCry meist auf PC oder Konsole, doch die Technologie ist mittlerweile so weit ausgereift, dass man sogar diese Spiele übers WLAN auf einem Smartphone streamen kann. Olaf Wolters, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Anbieter und Produzenten von Unterhaltungssoftware in Deutschland, führt den Anstieg der Zahl weiblicher Spieler auf das große Angebot an Browser- und Handyspielen zurück. Auch Bewegungs-, Musik- und Tanzspiele werden vornehmlich von weiblichen Spielern gespielt. Äußerst großer Beliebtheit erfreuen sich zum Beispiel Spiele wie Angry Birds, Terra Mystica und Wort Guru. Auch Spiele, die auf sozialen Netzwerken wie Facebook gespielt werden, sowie immer mehr mobile Casinospiele sprechen weibliche Spieler an.

 

Willkommener Zeitvertreib

 

Doch warum spielen mittlerweile immer mehr Menschen auf ihrem Handy? Zum einen ist die steigende Qualität der angebotenen Spiele natürlich ausschlaggebend. Zudem kann ein Handy zu jeder Zeit überall mit hingenommen werden. Man ist also nicht an einen festen Ort gebunden. Mit einem Spiel kann man zum Beispiel die Zugfahrt zur Arbeit oder das Warten auf den Bus überbrücken. Wer bisher nicht das Geld oder die Geduld hatte, sich extra einen Gaming-PC anzuschaffen, der kann mittlerweile trotzdem eine riesige Auswahl an gratis oder kostengünstigen Spielen genießen.

Kein Wunder also, dass der Anstieg des Markts so rasant ist. Laut einer Studie von DB Research legte der deutsche Handyspiele-Markt in der Zeit zwischen 2003 und 2007 um bis zu 52 Prozent zu. 2013 spielte bereits jeder dritte Deutsche auf seinem Handy.Ist diese Entwicklung ein Grund zur Sorge für den PC-Spiele-Markt? Ganz und gar nicht, findet Ralf Wirsing, Managing Director von Ubisoft Deutschland. Er ist der Meinung, dass die Spielerfahrungen so grundlegend unterschiedlich sind, dass keine Gefahr für den PC-Markt besteht.

 

Alternativer Gaming-Zweig

 

Zudem sind Handyspiele ein guter Einstieg in die PC-Gaming-Welt, für Menschen, die sich zuvor noch nicht mit Gaming beschäftigt haben. Der Spielemarkt ist zwar also im Wandel, doch noch stehen Handy- und Konsolenspiele nicht in direkter Konkurrenz zueinander. Noch vor 20 Jahren sah man kaum jemanden mit einem Handy in der Hand. Mittlerweile erobert das kleine Gadget den Markt im Sturm. Fast jeder trägt heute ein Smartphone bei sich und die Hersteller buhlen um die User. Kein Wunder also, dass auch die angebotene Unterhaltung, wie Handyspiele, sich immer weiter entwickelt.

 

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Bildquelle: Pexels mit CCO-Lizenz

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