Ein US-Präsident postet ein Kriegsvideo – nur ist keine Sekunde davon echt

Stell dir vor, du scrollst durch deinen Feed und siehst ein Video von explodierenden Ölanlagen, kommentiert vom mächtigsten Politiker der Welt. Alarmierend, oder? Nur: Keine einzige Sekunde davon ist echt.

Donald Trump hat ein KI-generiertes Video veröffentlicht, das angebliche Explosionen auf der iranischen Insel Kharg zeigt, dazu der Kommentar, die Insel werde „in Stücke gesprengt“. Das Video kursierte nur Stunden, nachdem echte US-Angriffe eine andere iranische Insel, Larak, getroffen hatten – und wurde nirgends als KI-generiert gekennzeichnet. Für einen tatsächlichen Angriff auf Kharg selbst gibt es bislang keine unabhängigen Belege, wie unter anderem Yahoo News und mehrere internationale Medien berichten.

Ein Bild, das aussieht wie ein Beweis

Das eigentlich Neue daran ist nicht, dass Politik mit Bildern arbeitet – das war immer so. Neu ist, wie glatt sich ein komplett erfundenes Video heute in einen echten Kriegskontext einfügt, ohne dass ein Warnhinweis, ein Wasserzeichen oder auch nur ein Nebensatz darauf hinweist, dass hier niemand wirklich gefilmt hat. Wer den Post nur kurz scrollt, nimmt „Explosion auf Kharg“ als Fakt mit – nicht als Behauptung, die noch keine einzige unabhängige Quelle bestätigen konnte.

Warum dich das etwas angeht

Du bist Teil der ersten Generation, die Nachrichten fast ausschließlich über Feeds bekommt, in denen echte Aufnahmen, Satire und KI-generierte Fälschungen optisch identisch aussehen. Wenn selbst offizielle Kanäle von Regierungschefs ungekennzeichnete KI-Bilder als Beleg für Kriegshandlungen nutzen, wird Medienkompetenz nicht mehr zur Kür, sondern zur Voraussetzung dafür, überhaupt einordnen zu können, was gerade in der Welt passiert. Die Faktenlage zu diesem Fall entwickelt sich weiter – bis zur Veröffentlichung lohnt sich ein Blick auf aktuelle Einordnungen.

Foto von Edu Raw: https://www.pexels.com/de-de/foto/spektakulare-explosion-mit-feuer-und-rauch-im-freien-35982145/