Nackt fürs Klima: Was Berlins erstes „Naked Bike Ride“ über unseren Umgang mit Körpern verrät
Stell dir vor, du stehst am Straßenrand in Berlin-Mitte und plötzlich radeln hunderte nackte Menschen an dir vorbei – lachend, winkend, mit Plakaten am Lenker. Genau das ist am vergangenen Wochenende passiert.
Rund 500 Menschen nahmen an Berlins erster Auflage des internationalen „World Naked Bike Ride“ teil, wie Stuttgarter Nachrichten und das Verbraucherschutzforum Berlin berichten. Das Format gibt es seit über 20 Jahren in Dutzenden Städten weltweit, in Berlin war es eine Premiere. Offizielles Anliegen: Klimaschutz, Toleranz und „mehr Sichtbarkeit“ für Radfahrer*innen im Straßenverkehr. Die Begleitberichterstattung fiel prompt gespalten aus – zwischen ernsthafter Einordnung und spöttischen Kommentaren, vor allem in rechten Medien.
Interessant ist weniger die Aktion selbst als das, was die Reaktionen darauf zeigen: Ein nackter Körper im öffentlichen Raum, der nichts Sexuelles will, sondern Aufmerksamkeit für Klimaschutz, bringt offenbar immer noch mehr Menschen aus der Fassung als jede Statistik zu Extremwetter. Das sagt mehr über unser Verhältnis zu Nacktheit als über die Demonstrierenden.
Und du? Würdest du mitfahren – oder eher vom Bordstein aus zuschauen?
Foto von Dmitriy Ganin: https://www.pexels.com/de-de/foto/bikini-frau-bewolkt-blauer-himmel-8663554/