9.800 Hitzetote und kein Klimaanlagen-Land: Warum der deutsche Sommer uns nicht mehr loslässt

Kennst du das: Nachts wälzt du dich schweißgebadet im Bett, tagsüber fällt dir jede Konzentration schwer? Damit bist du nicht allein, und laut Robert Koch-Institut ist das längst mehr als ein subjektives Gefühl. Nach dem RKI-Modell zur hitzebedingten Sterblichkeit gab es 2026 bereits rund 9.800 Hitzetote in Deutschland, mehr als in jedem kompletten Jahr seit 2016. Wichtig dabei: Es handelt sich um eine statistische Schätzung, keine exakte Zählung einzelner Todesfälle.

RKI-Forscher Dr. Matthias an der Heiden ordnet ein: Die zweite Hitzewelle des Jahres 2026 lag mit Werten um 26,4 Grad im Bundesschnitt bereits über dem Niveau des Rekordsommers 2018. Sein Fazit: Regelmäßige Hitzewellen sind ein neues Phänomen, auf das weder Gebäude noch Alltagsgewohnheiten in Deutschland bislang eingestellt sind.

Was du selbst tun kannst, ändert wenig an der großen Infrastrukturfrage, Verschattung, ausreichend trinken und kühle Nächte einplanen bleibt trotzdem der pragmatischste Schutz, solange öffentliche Gebäude und Wohnungen strukturell nicht nachziehen. Kein Wunder übrigens, dass dir bei der Hitze auch das Denken schwerfällt: Eine Studie zeigt, dass unser Gehirn bei Hitze langsamer arbeitet.

Foto von Andrea Piacquadio: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-im-blauen-rundhalsausschnitt-t-shirt-wahrend-wasser-auf-seinem-gesicht-giesst-3776806/