Was ist die „ZeroCovid“-Strategie?

Das Ziel heißt null Infektionen! Für einen solidarischen europäischen Shutdown“. So steht es auf der Website der Initiative #ZeroCovid. Wie soll so ein Ziel jedoch erreicht werden und wie realistisch ist es?

Gar keine Neuinfektionen mehr – das soll das Ziel der europäischen Regierungen sein. Dies ist die Forderung mehrerer Initiativen wie #ZeroCovid“ und „Contain Covid-19“. Denn die Kurve der Neuinfektionen mag flacher geworden sein, die Zahlen sind jedoch noch immer zu hoch. Zur Senkung soll es einen europaweiten Shutdown geben – alles, was für die Gesellschaft nicht dringend erforderlich ist, soll schließen. Dazu gehören Fabriken, Büros, Betriebe, Baustellen und Schulen. Diese sollen dann so lange geschlossen bleiben, bis die Zahl der Ansteckungen auf Null reduziert wurde. Auch unter Wissenschaftlern findet diese Strategie viele Unterstützer. Doch kann sie wirklich die Ergebnisse liefern, die wir uns davon erhoffen? Und zu welchem Preis?

Die taz findet darauf eine klare Antwort: Von einer „halbtotalitären Fantasie“ ist in einem Kommentar die Rede. Von einer Idee Linker, die „weltfremd und wenig zielführend“ ist und „etwas Religiöses“ an sich hat. Von der Süddeutschen kommen hingegen gemäßigte Töne. Sie verweist auf die Vorteile eines „letzten, aber konsequenten“ Lockdowns, etwa die vereinfachte Verfolgung bei geringeren Fallzahlen. Auch wird darauf verwiesen, dass das Virus keinen Halt vor dem Arbeitsplatz macht.

Dabei gibt es ja Beispiele, wie es richtig gehen kann: In Ländern wie Australien und Neuseeland ist es gelungen, die Anzahl der Neuinfektionen auf konstant niedrigem Stand zu halten und größere Ausbrüche zu vermeiden. Da Deutschland aber keine Insel ist, kann so etwas nur funktionieren, wenn ganz Europa mitmacht. Der Winter und die neue Corona-Variante, die inzwischen den Namen B.1.1.7 bekommen hat und deutlich infektiöser ist, verschärfen die aktuelle Lage. Es ist also dringend an der Zeit, etwas zu tun. Die Idee eines länderübergreifenden harten Lockdowns mag für einige zwar verrückt und unrealistisch klingen – und mal ehrlich, das ist sie vermutlich auch –, dennoch sollte man sie nicht komplett verwerfen. Wenn die Lage kritisch bleibt und weiterhin Kontakte reduziert werden müssen, können sich die Maßnahmen nicht mehr nur auf Privatpersonen beschränken – da gibt es sowieso kaum noch etwas, was man weiter einschränken könnte. Der nächste logische Schritt, der auch Wirksamkeit versprechen würde, ist dann eben, Büros, Fabriken und Co. zu schließen. Wenn auch nur für ein paar Wochen.

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Bildquelle: Pexels; CCO-Lizenz

Großer Anime-Fan und leidenschaftlicher Gamer mit einem Faible fürs Schreiben und das Lernen von Sprachen - gerne auch mal ausgefallenere wie Elbisch oder im Moment Mandarin. Zudem ein überzeugter Hemdenträger, exzessiver Nutzer der Farbe Schwarz (Dark Mode ist PFLICHT) und Katzenliebhaber.