Corona: Abwarten, andere vorlassen – das sagen Impf-Skeptiker

Ich spreche mit Menschen, die sich nicht impfen lassen möchten – denn zwischen Vorurteilen und begründeter Skepsis kann ein Weg gefunden werden. Hier kannst du dich informieren und austauschen, denn genau dieser Diskurs ist wichtig. Wann bin ich dran? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Ist das beschleunigte Zulassungsverfahren sicher? Hinhören, selber nachschlagen und begründet für sich selbst entscheiden.

Ich frage mich immer öfter, warum Menschen gegen eine Impfung sind. Ein Jahr lang fieberten wir mit, bei einem weltweiten Wettrennen der großen Pharma-Unternehmen, darum, wer als erstes den Impfstoff gegen COVID-19 entwickelt. Jetzt ist er da und wir sind mit frischer Hoffnung ins Jahr 2021 gestartet – doch plötzlich gibt es immer mehr Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen. Ich möchte verstehen, warum und möglicherweise Irrtümer aufklären, denn es scheint so, als würden viele wichtige Informationen im Corona-Gewirr untergehen.  

Das Ziel ist die Herdenimmunität. Das heißt, dadurch, dass sich eine bestimmte Anzahl an Menschen impft, brechen Infektionsketten auch für nicht-Geimpfte frühzeitig ab und das Virus kann ausgerottet werden. Dieser Zustand wird aber nur dann eintreten, wenn sich ein bestimmter Anteil der Menschen impfen lässt. Nun ist die Frage, wer den Anfang macht. Denn es scheint eine große Anzahl an Menschen zu geben, die noch abwarten will und zunächst aus zweiter Reihe betrachten möchte, was eine Impfung anrichten könnte.  

Ann-Kathrin ist 28 und will zum jetzigen Zeitpunkt nicht geimpft werden. Grund dafür ist das kürzere, beschleunigte Zulassungsverfahren des Impfstoffes, das ihrer Meinung nach nicht wirklich ausreicht. Man solle nichts übers Knie brechen, sagt sie. Impfen lassen hat sie sich bereits für viele Reisen, die sie unternommen hat, gegen die Grippe jedoch nie. Ihr Freundeskreis soll da ähnlich eingestellt sein. Eine Impfung kommt für sie nur dann in Frage, wenn die Risikogruppen und das Pflegepersonal versorgt worden sind und sich ausschließen lässt, dass Geimpfte Schäden davontragen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist es also möglich, dass auch Ann-Kathrin sich gegen das Coronavirus impfen lässt. Abgesehen davon beklagt sie allerdings auch eine fehlende Aufklärung über den Impfstoff und zu viel Werbung dafür.  

Reihenfolge bei der Impfung: Wann bin ich dran?

Die Reihenfolge für das Impfen ist bereits in Form von Prioritäten festgelegt worden. Im Dezember 2020 fiel der Startschuss, mit dem Beginn des neuen Jahres ging es richtig los: Laut Bundesregierung sollen im ersten Quartal 2021 11 bis 13 Millionen Dosen verimpft werden. Dennoch ist vielen nicht bewusst, wann genau sie die Möglichkeit erhalten, sich impfen zu lassen. Vergleich.org hat zu diesem Zweck eine Grafik erstellt.

Sabine, 41, arbeitet im Einzelhandel, der im Lockdown geschlossen bleibt. Sie stammt aus einer Ärztefamilie und war dem Impfen gegenüber schon immer skeptisch eingestellt. Ein bisschen zu übertrieben scheinen ihr alle Maßnahmen, und auch die Zahlen seien ihrer Meinung nach fragwürdig. Für sich selbst hält Sabine die Corona-Impfung für nicht notwendig, sie sieht sie eher als eine Art „vorgezogenen Massentest“, der herausstelle, was passiert. Allerdings hat sie große Angst vor Sonderrechten für Geimpfte, die dafür sorgen würden, dass sie beispielsweise nicht verreisen kann – denn wie wir alle wünscht sich Sabine ihre Freiheiten zurück. Auf die Frage nach einer Alternative zur Impfung, die diese Freiheiten ebenso ermöglichen würde, beruft sie sich auf einen Bericht, der aussagt, dass die meisten Menschen nicht an COVID-19, sondern an Krebs sterben würden. Genau so sei es eher die Umweltbelastung, die den Menschen das Genick breche, nicht aber Corona. Außerdem meint Sabine, dass Impfen reine Gewohnheit sei. Es werde zu viel geimpft, um Geld zu machen, notwendig sei das nicht.  

Als Kölnerin liebe ich jedes bunte, tratschige oder politische Thema. Daneben findet man mich auf der Yogamatte oder in der nächsten Eckkneipe, immer im Gespräch mit anderen Menschen.