Wenn die Miete das Problem ist, nicht der Kaffee

Kennst du den Vorwurf, dass junge Leute sich ihre Miete nur deshalb nicht leisten können, weil sie zu oft Essen bestellen oder zu viele Abos haben? Eine aktuelle Postbank-Erhebung mit YouGov zeigt, warum diese Erzählung an der Realität vorbeigeht.

48,5 Prozent der Mieter*innen in Deutschland können ihre Wohnkosten laut der Umfrage nur noch knapp bestreiten. 60 Prozent zahlen mindestens 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für die Miete, das ist die Grenze, ab der Fachleute von einer Überlastung sprechen. Fast die Hälfte der Befragten, 47,9 Prozent, würde gerne eine eigene Wohnung oder ein Haus kaufen. Was fehlt, ist in den meisten Fällen nicht der Wille zum Sparen, sondern das Eigenkapital, ohne das Banken kaum noch finanzieren. Für viele bleibt am Monatsende laut der Erhebung schlicht zu wenig übrig, um über Jahre hinweg genug zurückzulegen, während die Mieten selbst weiter steigen.

Das strukturelle Problem lässt sich nicht mit weniger Latte Macchiato lösen, sondern mit einem Wohnungsmarkt, der sich verändert hat, während die Gehälter nicht mitgezogen sind. Wie würde sich dein Blick auf deine eigenen Finanzen verändern, wenn du diese Zahlen im Kopf behältst, wenn dir das nächste Mal jemand erklärt, woran es wirklich liegt?

Foto von Jakub Zerdzicki: https://www.pexels.com/de-de/foto/immobilienfinanzierung-mit-schlussel-und-musterhausern-28914932/