Fürs Putzen bezahlt werden: Wie ein Münchner Start-up Roboter mit echter Hausarbeit trainiert

Kennst du das Gefühl, dass dein Abwasch nie ein Ende nimmt? Ein Münchner Start-up findet: Genau diese Arbeit ist gerade richtig viel wert – für Roboter.

microagi, gegründet von ehemaligen Formel-1-Ingenieur*innen und gerade einmal zehn Monate alt, hat sich 55 Millionen US-Dollar gesichert – Deutschlands größte Seed-Finanzierungsrunde überhaupt, angeführt vom VC Hummingbird mit Northzone, LocalGlobe, Village Global und Redalpine an Bord, wie unter anderem Sifted und das Handelsblatt berichten. Das Geschäftsmodell: Eigene Ingenieur*innen ziehen mit Kopfkameras direkt zu Kund*innen – in Fabrikhallen und private Haushalte – und zeichnen dort reale Abläufe wie Sortieren, Spülen oder Aufräumen auf. Aus diesen Daten sollen humanoide Roboter lernen, echte Handgriffe zu übernehmen. „Wir schicken unsere Leute vor Ort zu jedem Kunden, und das System lernt aus deren Arbeitsabläufen“, so Gründer Bercan Kilic gegenüber Sifted.

Der Trainingsdaten-Hunger der Robotik-Branche wird also ganz konkret: Für das, was Roboter morgen können sollen, filmt heute jemand deine Spüle – ähnlich wie schon zuvor KI-Systeme im Journalismus mit menschlichen Texten trainiert wurden, stellt sich jetzt für die Arbeitswelt insgesamt die Frage, ob demnächst ein Roboter über Bewerbungen entscheidet statt nur beim Putzen zu helfen.

Würdest du dich für Robotertraining filmen lassen, wenn’s gut bezahlt wird?