24 Zentimeter, die den Sprit teurer machen: Warum der Rhein gerade über Preise entscheidet

Kennst du den Rhein eigentlich nur als Fluss, an dem man im Sommer grillen geht? Gerade entscheidet er auch mit, wie teuer dein nächster Tankstopp wird.

Der Pegel fällt und fällt

Am Pegel Kaub, einem der wichtigsten Messpunkte für die Rhein-Schifffahrt, ging es in den letzten Wochen steil bergab: Am 3. August lag der Stand noch bei 24 Zentimetern, am 6. August waren es nur noch 19 Zentimeter, der bis dahin niedrigste je an dieser Stelle gemessene Wert. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt warnte Anfang der Woche sogar vor einem erstmals einstelligen Pegel, wonach der Fluss abschnittsweise praktisch nicht mehr für den Güterverkehr nutzbar sein könnte. Wichtig dabei: Das ist eine Prognose des Branchenverbands, kein bereits eingetretenes Fakt. Als Ursache gelten üblicherweise anhaltende Hitze und ausbleibender Regen im Einzugsgebiet – ein Muster, das du vermutlich schon von der letzten Hitzewelle kennst und den Rhein zu einem wiederkehrenden Krisenfall im Spätsommer macht.

Was das für deinen Alltag bedeutet

Der Rhein ist keine touristische Kulisse, sondern eine der wichtigsten Transportadern Europas: Über ihn werden unter anderem Mineralölprodukte, Kohle, Chemikalien und Baustoffe transportiert. Wenn Frachter wegen des niedrigen Pegels kaum noch beladen werden können, brauchen sie mehr Fahrten für dieselbe Menge Fracht, was jede einzelne Fahrt unwirtschaftlicher macht. Diese Mehrkosten geben Unternehmen erfahrungsgemäß weiter, sie landen am Ende an der Zapfsäule oder im Warenkorb, und treffen damit auf eine ohnehin schon spürbar gestiegene Inflation. Zusätzlich zur Wasserknappheit im Fluss selbst spüren auch Fähren, Fahrgastschiffe und Sportbootverleihe entlang der Strecke bereits deutliche Kundenrückgänge, weil ganze Streckenabschnitte kaum noch befahrbar sind.

Kurz gesagt: Ein Fluss, der beinahe trockenfällt, hat mehr mit deinem Portemonnaie zu tun, als es auf den ersten Blick wirkt – genau wie die gestiegene Zahl an Hitzetoten in diesem Jahr zeigt, wie handfest die Folgen der Hitze längst sind. Für ein für Donnerstag angesetztes Krisentreffen von Wasserstraßen- und Schifffahrtsexpert*innen sind bereits kurzfristige Gegenmaßnahmen im Gespräch.

Foto von Peter Jochim: https://www.pexels.com/de-de/foto/benzinpumpe-in-bergisch-gladbach-deutschland-37043845/