Nonnamaxxing: Warum wir diesen Sommer alle wie italienische Großmütter urlauben wollen
Der Sommer 2026 ist in vollem Gange, die Instagram-Stories sind voll von Sonnenuntergängen und Aperol Spritz, und dennoch macht sich auf TikTok gerade ein Reisetrend breit, der so gar nicht nach wilden Partynächten oder Backpacking-Stress klingt. Das Zauberwort lautet: „Nonnamaxxing“. Was im ersten Moment wie ein seltsamer Meme-Begriff klingt, ist eigentlich die pure Gegenbewegung zum chronischen FOMO (Fear Of Missing Out) unserer Generation. Wir wollen nicht mehr alles sehen und alles machen. Wir wollen einfach nur noch existieren – am besten wie eine gelassene italienische Großmutter.
Das Prinzip des Maxxing
Um den Hype zu verstehen, muss man kurz die TikTok-Linguistik bemühen. „Maxxing“ bedeutet schlichtweg, eine bestimmte Eigenschaft oder Lebensweise radikal zu maximieren und komplett in den eigenen Alltag zu integrieren. Beim Nonnamaxxing ist das Vorbild klar definiert: die italienische Nonna. Sie hetzt nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, sie hat keine prall gefüllte Excel-Tabelle für den Urlaub und sie macht ganz sicher keine Selfies vor überfüllten Touri-Hotspots. Stattdessen schlendert sie morgens entspannt zum lokalen Markt, kocht stundenlang mit frischen Zutaten, widmet sich der Handarbeit und genießt ausführliche Gespräche. Es ist die konsequente Weiterführung der „Grandmacore„-Ästhetik, nur eben fokussiert auf das Reisen.
Slow Travel statt Sightseeing-Stress
Für unsere Urlaubsplanung bedeutet dieser Shift vor allem eines: massives Entschleunigen. Wer sich im Arbeitsalltag ständig zwischen Deadlines, Projektkoordination und ständiger Erreichbarkeit bewegt, braucht im Urlaub keine neuen To-Do-Listen. Ein Trip in den Süden wird nicht mehr daran gemessen, wie viele Museen man abgehakt hat. Viel wertvoller ist es, sich für einen Vormittag einfach in ein Café am Dorfplatz zu setzen, das Treiben zu beobachten und mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen. Nonnamaxxing nimmt den kompletten Druck aus dem Urlaub. Wenn man den ganzen Tag nichts anderes geschafft hat, als frische Tomaten zu kaufen und eine perfekte Pasta zuzubereiten, war es ein erfolgreicher Tag.
Die Romantisierung der Ruhe
Warum ausgerechnet jetzt? Nach Jahren der digitalen Dauerbeschallung sehnen wir uns nach analogen Erlebnissen und Bodenständigkeit. Die italienische Nonna verkörpert all das, was uns im digitalen Hustle oft fehlt: Zeit für die wesentlichen Dinge, tiefgründige menschliche Beziehungen und eine fast stoische Ruhe. Wenn wir diesen Vibe adaptieren, romantisieren wir nicht nur den europäischen Sommer, sondern schützen auch unsere eigene mentale Batterie. Letztendlich ist Nonnamaxxing der ultimative Lifehack: Wer die Erwartungen an den Urlaub runterschraubt und das Tempo radikal drosselt, kommt am Ende nicht nur erholter, sondern auch wesentlich glücklicher aus den Ferien zurück.
Foto von Wycher van Vliet: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-strasse-sitzung-sitzen-14501234/