Klimaschutz ja, aber nicht für alle gleich leicht

Stell dir vor, du willst eigentlich handeln – eine bessere Heizung, Solarzellen auf dem Dach, ein sparsameres Auto – aber am Ende hängt alles nicht am Willen, sondern am Kontostand.

Die Bereitschaft steigt wieder

Laut dem aktuellen KfW-Klimabarometer sind 66 Prozent der deutschen Haushalte bereit, privat in den Klimaschutz zu investieren – ein deutlicher Sprung von 59 Prozent im Vorjahr. Für die repräsentative Befragung wurden zwischen Dezember 2025 und April 2026 über 4.300 Haushalte befragt, teilte die KfW am 27. August 2026 mit.

Aber: Wille reicht nicht

Die Zahl klingt erst mal nach guten Nachrichten. Der zweite Blick zeigt aber, wie ungleich diese Bereitschaft tatsächlich in Handeln übersetzt wird: Haushalte mit höherem Einkommen sind laut KfW deutlich häufiger „Energiewechsler:innen“ als einkommensschwächere Haushalte. Noch deutlicher wird die Kluft zwischen Wohnformen: 59 Prozent der Eigenheimbesitzer:innen nutzen bereits mindestens eine Energiewende-Technologie – bei Mieter:innen sind es gerade einmal 15 Prozent.

Das Muster kennst du vielleicht aus anderen Bereichen deines Alltags: Wer eine Wohnung mietet, kann selten einfach eine Wärmepumpe einbauen oder Solarzellen aufs Dach schrauben lassen – diese Entscheidung liegt bei Vermieter:innen. Und wer ohnehin knapp kalkuliert, hat selten Spielraum für Anschaffungen, die sich erst nach Jahren amortisieren.

Klimaschutz wird damit auch zu einer Frage der Handlungsmacht: Wer sie hat, kann investieren. Wer sie nicht hat, bleibt trotz bestem Willen außen vor – unabhängig davon, wie sehr das Thema einem persönlich am Herzen liegt.

Foto von skigh_tv: https://www.pexels.com/de-de/foto/klima-schild-humor-plakat-12111257/