Berufsstart und erstes Auto: Was junge Fahrer bei Zulassung, Versicherung und Kennzeichen wissen müssen

Ausbildung abgeschlossen, erste Stelle angetreten, Gehalt auf dem Konto – und plötzlich rückt der Traum vom eigenen Auto in greifbare Nähe. Für viele Berufseinsteiger ist es der erste große Kauf im Leben. Und gleichzeitig einer, bei dem sich schnell zeigt: Der Kaufpreis ist nur der Anfang.

Am 1. Januar 2026 waren im Zentralen Fahrerlaubnisregister 1.639.608 Personen mit Führerschein in der Probezeit erfasst. Sie alle stehen vor denselben Fragen: Wie läuft die Zulassung ab? Warum ist die Versicherung so teuer? Und was kostet das Ganze wirklich?

Zulassung: Was mitzubringen ist

In Deutschland werden Fahrzeuge nur dann zugelassen, wenn sie über eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung verfügen. Die eVB-Nummer der Versicherung ist damit die Grundvoraussetzung – ohne sie geht bei der Zulassungsstelle nichts.

Zusätzlich benötigt man: Personalausweis, Zulassungsbescheinigung Teil I und II, ein SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer sowie eine gültige HU-Bescheinigung. Beim Gebrauchtwagenkauf kommt der Kaufvertrag hinzu.

Die Kosten für die Zulassung liegen je nach Behörde zwischen 30 und 40 Euro, dazu kommen etwa 20 bis 40 Euro für die Kennzeichenprägung. Wer die zuständige Behörde vorab recherchieren und ein Wunschkennzeichen reservieren möchte, kann über Zulassungsstellen in Deutschland finden den passenden Standort mit Öffnungszeiten und Terminmodalitäten ermitteln – das spart Wartezeit und einen möglichen zweiten Anlauf.

Versicherung: Der größte Kostenblock

Hier wird es für junge Fahrer unangenehm. Durchschnittlich 1.400 Euro zahlen Fahranfänger im Jahr für die Versicherung ihres Autos.

Der Grund liegt in der Einstufung: Als Fahranfänger starten Sie bei der Autoversicherung in den meisten Fällen in der Schadenfreiheitsklasse 0. Damit zahlen Sie einen Beitragssatz von 94 Prozent. Erst nach dem ersten unfallfreien Jahr geht es aufwärts: Haben Sie es in die SF-Klasse 1 geschafft, erhalten Sie bereits einen Schadenfreiheitsrabatt und zahlen nur noch 57 Prozent des Beitragssatzes.

Die effektivsten Spartipps für Berufseinsteiger

  • Zweitwagenregelung nutzen: Um als Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung Kosten zu sparen, kannst du dich mit deinen Eltern, Großeltern oder anderen Verwandten zusammenschließen. Sie können dein Auto als Zweitwagen versichern. Die Versicherung stuft dein Auto dann normalerweise direkt in SF-Klasse ½ ein.
  • BF17 anrechnen lassen: Wer mit 17 den Führerschein gemacht hat, profitiert doppelt. Manche Versicherungen bieten BF17-Rabatte von bis zu 20 Prozent. Der Nachweis der unfallfreien Begleitfahrzeit kann die SF-Einstufung verbessern.
  • Das richtige Auto wählen: Günstig wird ein Auto für Fahranfänger durch niedrige Typklasse, kleinen Motor und geringen Unterhalt – nicht durch den niedrigsten Kaufpreis. Bewährte Einsteiger-Modelle sind VW Polo, Opel Corsa, Ford Fiesta, Škoda Fabia und Toyota Yaris.
  • Vor dem Kauf rechnen: Rechne die Versicherung immer vor dem Kauf für dein konkretes Wunschmodell. Ein scheinbar günstiger Gebrauchtwagen mit hoher Typklasse kann jährlich hunderte Euro mehr kosten als ein etwas teureres Modell mit besserer Einstufung.

Das Wunschkennzeichen: Kleine Freude, kleiner Preis

Wer sein erstes Auto anmeldet, kann sich ein Wunschkennzeichen sichern. Die Kosten sind bundesweit einheitlich: 10,20 Euro für die Zuteilung plus 2,60 Euro für die Online-Reservierung. Die Reservierung ist meist 90 Tage gültig – genug Zeit, um Kauf und Zulassung zu koordinieren.

Initialen, Geburtsdaten oder eine Kombination mit persönlicher Bedeutung – das erste eigene Auto darf ruhig auch ein bisschen persönlich sein.

Foto von cottonbro studio: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-frau-model-auto-6954246/