BandaBeats bei den Wolfenbütteler Festspielen: “Wir betreten Neuland”

Tobias Weber von BandaBeats

Dass sich Blasmusik ganz vorzüglich mit Beats mischen lässt, haben sie uns schon mit ihrer Band LaBrassBanda bewiesen, jetzt wagen sie sich einen Schritt weiter: Trompeten-Elektro nennt sich das, was Mario, Tobi und Korbi mit zwei Modular-Synthesizern und einer Trompete produzieren. Am 03. Dezember feiert das Projekt im Rahmen der Wolfenbütteler Festspiele im Harry Klein Premiere – Jägermeister lädt zur fettesten Elektro-Party des Jahres.
Im Interview erzählen uns Tobi und Mario, was wir uns von diesem Abend erwarten können und weshalb sie einen Modular-Synthesizer immer einer Drum Machine vorziehen werden.

 

Wie kam das Projekt BandaBeats zustande?

Mario: Die Idee ist nicht ganz neu, das war schon länger im Gespräch. Wir alle spielen neben LaBrassBanda ja noch in anderen Bands und mögen ganz unterschiedliche Musikrichtungen – ich zum Beispiel mache schon seitdem ich zwölf oder 13 bin elektronische Musik. Insofern war das naheliegend.

Tobi: Es ist als Musiker natürlich auch wahnsinnig schön, ein bisschen Abwechslung zu haben. Man will sich ab und zu in unterschiedliche Richtungen weiterentwickeln, das macht Riesenspaß.

Ihr steht mit zwei Modular-Synthesizern auf der Bühne – was ist der Reiz an so einem Ding?

Mario: Das ist ein Instrument, das man lernen muss wie jedes andere auch, das allein macht schon richtig viel Spaß. Das Ding schaut eigentlich aus wie eine große Telefonzentrale, mit lauter Kabeln und Reglern –

Tobi: Warten Sie, ich verbinde!

Mario: …und man kann damit musikalisch ganz neue Wege gehen. Aus dem Teil kommen Sachen raus, die man mit normalen Synthesizern oder Drum Machines gar nicht erzeugen könnte. Und die Klangqualität ist fantastisch. Wir können damit elektronische Musik produzieren – und zwar live, handgemacht, das müssen wir nicht vorher im Studio einspielen.

Ihr spielt vorher überhaupt nichts im Studio ein?

Tobi: Das, was man am 3. Dezember im Harry Klein aus den Boxen hören wird, entsteht genau in dem Moment auf der Bühne. Das ist, glaube ich, für uns Musiker der größte Reiz. Wir können praktisch sofort auf das Publikum reagieren.

Vor ein paar Wochen gab es auch schon eine Studiosession mit Sepalot, DJ Hell und Flo Keller. Wie war das für euch?

Mario: Es war sehr amüsant, mal die ganzen Leute zu treffen. Man kennt sich ja vom Hörensagen und es war eine sehr lustige Erfahrung, mal zusammen im Studio zu sitzen. Jeder konnte einbringen, was er am liebsten macht und es war eine coole Kooperation, Leute aus total verschiedenen Musikrichtungen zusammen in ein Studio bringen und zu gucken, was dabei herauskommt.

Und, was kam dabei heraus?

Mario: Es ist ein Song entstanden, der am 3. Dezember dann auch performt wird. Alle Acts zusammen auf einer Bühne.

https://www.youtube.com/watch?v=-f-8dDKjAsI

Ihr habt schon gesagt, dass ihr alle aus sehr unterschiedlichen Musikrichtungen kommt. Gab es da bei der Session Reibereien?

Tobi: Ach was, das war alles total harmonisch. Flo Keller hat zum Beispiel Raw-Funk-Platten mitgebracht, DJ Hell ist ein echter Techno-Guru, Sepalot kommt aus der Hip-Hop-Richtung und wir hatten unsere Modular-Synthesizer dabei – alle komplett unterschiedlich also. Deshalb konnte jeder das machen, was er am besten kann, ohne dass er dem anderen auf die Füße steigt.

Am 3. Dezember hat BandaBeats Premiere – ihr spielt euren ersten Auftritt im Harry Klein. Seid ihr schon aufgeregt?

Tobi: Aufgeregt und gespannt! Man kann ja sagen, dass wir mit diesem Projekt Neuland betreten – die Kombination Trompete und Synthesizer gab es meines Wissens noch nicht – und da sind wir natürlich total gespannt, wie das ankommt.

Mario: Funktioniert alles so, wie man sich das vorstellt, ist jedes Kabel richtig eingesteckt, läuft alles wie geplant? Es ist eigentlich wie in einer Jazzband – man muss ganz genau darauf hören, was der andere macht. Wir freuen uns riesig auf den Gig.

Shake your boooooty! Heute ab 21 Uhr im Harry Klein bei den Wolfenbütteler Festspielen – “Breaks, Beats’n’Brasses”!

Bild: Brecheis

Autorin: Nach mehreren Jahren des Pseudo-Studierens darf ich mich mit dem atemberaubenden Titel Theaterwissenschaftlerin B.A. schmücken. Ich hab's nicht nur wegen des Geldes gemacht! Ich geh auch so wirklich gerne ins Theater. Was ich sonst noch gerne mache: Mich über Sachen aufregen, die ich sowieso nicht ändern kann, Katzen streicheln, Videospiele spielen, Gin Tonic trinken und Dinge unternehmen, die nur minimale soziale Interaktion erfordern.