Erkältungszeit: Welche Hausmittel helfen wirklich?

Eine offensichtlich kranke Frau liegt im Bett und putzt sich die Nase.

Husten, Schnupfen und Heiserkeit gehören zum Winter dazu, wie Plätzchen, Weihnachtsfilme und Glühwein: Wer sich in der kalten Jahreszeit eine Erkältung eingefangen hat, möchte diese natürlich so schnell es geht wieder loswerden. Aber was kann außer Hustensaft und Ibuprofen dabei helfen? Wir haben die beliebtesten Hausmittelchen einem Faktencheck unterzogen.

Hausmittel Nr. 1: Viel Wasser trinken

„Viel hilft viel“ lautet das altbekannte Motto, wenn es um die Flüssigkeitszufuhr bei einer Erkältung geht. Tatsächlich ist an diesem Mythos etwas dran: Wer viel trinkt, befeuchtet seine Schleimhäute und sorgt somit dafür, dass sich Krankheitserreger dort nicht so leicht einnisten können. Auch bei Reizhusten zeigt dieses simple Hausmittel Wirkung und erleichtert das oft anstrengende und schmerzhafte Abhusten. Wer während seiner Erkältung auch noch Fieber bekommt, darf seine Zufuhr gerne noch einmal erhöhen: Durch das Schwitzen verliert der Körper jede Menge Flüssigkeit, die mit Wasser oder ungesüßtem Tee wieder aufgefüllt werden sollte.

Hausmittel Nr. 2: Hühnersuppe

Eine warme Hühnerbrühe ist das Hausmittel schlechthin. Aber warum schwören wir seit Generationen auf die Kraft dieses Gerichts? Das liegt nicht allein an den ausgekochten Hühnerknochen, sondern vor allem an den weiteren Zutaten. Die Brühe sorgt zwar für eine hohe Flüssigkeitszufuhr und auch die Wärme sowie der Dampf der Suppe helfen erwiesenermaßen gegen Halsschmerzen und Atemwegsbeschwerden. Fast noch wichtiger sind allerdings die Nudeln, das Hühnerfleisch und das Gemüse: Sie liefern Kohlenhydrate, Proteine sowie besondere Vitamine und Mineralien. Die Hühnersuppe ist also nur deshalb so beliebt, weil sie viele wirkungsvolle Nährstoffe vereint. Möglich ist das sicherlich auch mit vielen anderen Gerichten – die sind aber vielleicht nicht so einfach zuzubereiten.

Hausmittel Nr. 3: Heiße Zitrone

Eine Zitrone auspressen, aufgekochtes Wasser dazu geben und etwas Honig unterrühren: Fertig ist eines der gängigsten Hausmittel unserer Zeit. Die heiße Zitrone gilt als Vitaminbombe und soll deshalb besonders gut gegen Erkältungen helfen. Aber was ist wirklich dran an diesen Behauptungen? Genauso wie die Hühnerbrühe wärmt das winterliche Getränk den Körper und befreit durch seinen Dampf Nase und Rachen von Schleim. Der Vitamingehalt der heißen Zitrone lässt allerdings zu wünschen übrig – 50 Milliliter frisch gepresster Zitronensaft enthalten maximal 25 Milligramm Vitamin C. Das kochende Wasser sorgt außerdem dafür, dass die hitzeempfindlichen Vitamine schnell zerstört werden und die Menge noch weiter sinkt. Wer seinen Vitaminhaushalt wirklich aufbessern und sich so gegen Viren und Bakterien schützen möchte, sollte lieber zu Kiwis, Sanddornsaft oder roter Paprika greifen – diese Lebensmittel enthalten deutlich mehr Vitamin C.

Hausmittel Nr. 4: Frische Luft

Ein kurzer Spaziergang kann bei einer Erkältung Wunder wirken: Frische Luft entlastet die Schleimhäute und bringt den Kreislauf wieder in Schwung. Sobald man Fieber bekommt, sollte man allerdings lieber zuhause bleiben: Zusätzliche Anstrengung jeder Art kann den ohnehin schon geschwächten Körper sonst schnell überlasten – also ab ins Bett, ausruhen und am besten eine leckere Hühnerbrühe genießen. Wichtig ist es jedoch, auch dann öfter mal die Fenster aufzumachen, um die trockene Heizungsluft gegen frische Luft auszutauschen.

Hausmittel Nr. 5: Quarkwickel

Quarkwickel? Klingt nach einem typischen Placebo-Hausmittel, was eure Oma vor 50 Jahren mal in einer Frauenzeitschrift entdeckt hat. Tatsächlich sind die kühlen Umschläge aber ein echtes Allround-Talent: Sie lindern nicht nur Kopf- und Gliederschmerzen, sondern wirken auch abschwellend und entzündungshemmend. Vor eventuellen Nebenwirkungen braucht man bei diesem Hausmittel ebenfalls keine Angst haben. Für einen perfekten Quarkwickel streicht ihr etwa 500 Gramm Speisequark fingerdick zwischen zwei Baumwolltücher und legt diese auf die betroffenen Stelle (zum Beispiel euren Hals oder eure Stirn). Ihr werdet sehen, dieses Hausmittel ist definitiv effektiver, als ihr im ersten Moment gedacht habt.

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Bildquelle: Pexels; CCO-Lizenz