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Studie: Gähnen ist geil und zeugt außerdem von Intelligenz!

Kaum ein menschliches Verhalten ist so geheimnisvoll wie Gähnen. Sind wir vielleicht sogar besonders klug, weil wir oft den Mund aufreißen?

Gähnen ist bekanntlich ein ganz natürlicher Vorgang, wenn man sich müde oder gelangweilt fühlt. Gerade in der Früh, wenn man frisch aus dem Bett hüpft und seinen allmorgentlichen Kaffee noch nicht hatte, öffnet sich der Mund gaaaaanz weit und seeehr lange. Nach dem Aufwachen ist es wohl das Normalste der Welt, erstmal gepflegt zu gähnen. In Gesellschaft von anderen Menschen wird das grunsätzlich gar nicht mal so gut aufgenommen (“Bist du gelangweilt, oder was?”). Dabei meint man es doch echt nicht böse mit dem Gähnen – denn eine Studie will uns jetzt weiß machen, dass wir dadurch eigentlich nur zeigen, wie unheimlich schlau wir sind.

 

Wer hat die größte Klappe?

 

Wissenschaftler haben nämlich mal wieder geforscht und sich diesmal mit dem Gähnen von Säugetieren auseinandergesetzt. Auf YouTube haben sich die Forscher Videos von Tieren und Menschen, die lange und intensiv gähnen, angesehen und jeweils die Dauer des Gähnens gemessen. Menschen haben dabei die Kiefer am längsten aufgemacht, gefolgt von Menschenaffen wie Schimpansen und Gorillas. Am kürzesten war das Gähnen bei kleineren Tieren wie Mäusen oder Hasen.

Das Ergebnis der Studie: Je länger der Mund offen war, desto schwerer das Gehirn – was bei uns mit ca. 1,5 kg auch der Fall ist. Gleichzeitig bedeutet ein größeres Gehirn auch mehr Nervenzellen. Ob Menschen automatisch intelligenter sind, wenn sie besonders lange gähnen, beantworten die Forscher jedoch nicht explizit. Immerhin hat man nun einen weiteren Erklärungsansatz gefunden, wieso wir hin und wieder einfach mal den Mund aufreißen.

 

Gib mir mehr Sauerstoff!

 

Der US-amerikanische Evolutionspsychologe Andrew Gallup war auch maßgeblich an der Durchführung der Studie beteiligt. Er fand heraus, dass Gähnen dafür sorgt, unser Gehirn nicht zu überhitzen, ähnlich wie beim Kühler eines Automotors: “Wenn wir gähnen, dann regt die Kieferbewegung unsere Blutzirkulation an und pumpt warmes Blut aus dem Gehirn heraus. Zur gleichen Zeit atmen wir einen kühlen Luftzug durch Nase und Mund ein und sorgen so, dass sich unser Gehirn praktisch abkühlt.” Wenn wir uns also das nächste Mal beim Gähnen erwischen, dann muss es nicht zwangsläufig aus Langeweile oder Müdigkeit sein. Vielleicht braucht unser Oberstübchen einfach nur mal wieder frischen Wind – und nicht vergessen: Je länger und intensiver, desto besser.

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