Kakerlachenmilch, Spritzfrei-Urinale und vergrabene Unterhosen: Die Ig-Nobelpreise 2026
Stell dir vor, du bekommst einen echten Wissenschaftspreis dafür, herauszufinden, wie man beim Pinkeln möglichst wenig danebengeht.
Erstmals nicht in Boston
Die Ig-Nobelpreise, die jährlich für Forschung ausgezeichnet werden, die „erst zum Lachen, dann zum Nachdenken“ bringt, wurden 2026 zum ersten Mal nicht in Boston, sondern in Zürich verliehen. Ein kleiner, aber sympathischer DACH-Moment für eine sonst sehr amerikanische Tradition.
Die skurrilsten Gewinner
- Physik: Ein Team entwickelte Urinal-Designs, die Spritzer auf gerade einmal 1,4 Prozent der üblichen Menge reduzieren – Grundlagenforschung fürs stille Örtchen.
- Chemie: Kakerlachenmilch von lebendgebärenden Schabenarten enthält rund dreimal mehr Energie als Kuhmilch. Klingt eklig, ist aber ernstgemeinte Ernährungsforschung.
- Bodenkunde: Für diese Studie wurden 1.000 Unterhosen in über 25 Ländern vergraben und nach zwei Monaten wieder ausgegraben – um den Zustand von Böden weltweit zu vergleichen.
- Wirtschaft: Eine Untersuchung zeigt, dass wohlhabendere Menschen häufiger unethisches Verhalten zeigen als Menschen mit geringerem Einkommen.
- Biomechanik: Forscher*innen definierten Küssen wissenschaftlich exakt als „nicht-aggressive, artgleiche Mund-zu-Mund-Interaktion ohne Nahrungstransfer“ – ein Verhalten, das sich 21,5 Millionen Jahre zurückverfolgen lässt.
- Medizin: Eine historische Studie von 1977 zum korrekten Naseputzen bekam nachträglich noch eine aerodynamische Würdigung.
- Frieden: Eine Untersuchung zeigt, dass Menschen Freund*innen besonders schätzen, die anderen gegenüber, die ihnen selbst nicht sympathisch sind, gemein sind.
- Technologie: Ein Forschungsteam nutzte Mückenrüssel als hochauflösende Düsen für 3D-Drucker – ein Verfahren, das inzwischen unter dem Namen „Necroprinting“ kursiert.
Ob man das nun für unnötig oder für den schönsten Beweis hält, dass Neugier keine Ausrede braucht: Die Ig-Nobelpreise erinnern jedes Jahr aufs Neue daran, dass Wissenschaft auch einfach Spaß machen darf – und dass „seriös“ und „absurd“ sich nicht ausschließen. Wer noch mehr herrlich unnötige Forschung sucht, wird bei den Vorjahres-Gewinnern fündig.
Foto von DS stories: https://www.pexels.com/de-de/foto/gewinnen-siegen-studio-vergeben-7267591/