Exclusive im Interview: Nach vier Jahren meldet sich die Band mit neuem Album zurück

Exclusive Band

Ganze vier Jahre lang war es ruhig um die Band Exclusive. 2014 gewannen die fünf Jungs um Sänger Fabian Bottler den New Music Award, danach war es lange Zeit still. „Eine Kreativpause, die uns in unserer Popularität sicher zurückgeworfen hat“, sagt Frontsänger Fabian. Seit Mai sind sie wieder zurück, mit ihrem neuen Album „Lieder für die Autobahn“, das sie zum Großteil in Berlin produziert haben. Das neue Album ist anspruchsvoll und fordernd. Bei einigen der Songs pausiert die Musik plötzlich, es folgt ein kleiner Sprechakt, bevor die Musik wieder einsetzt. „Es ist keine Musik, die man einfach mal so zum Einschlafen hört“, sagt Fabian. Im Herbst geht es für die Exclusive-Jungs dann auf Tour.

Exclusive beschreibt ihren eigenen Musikstil als Post Pop Soundsystem. Was man sich darunter vorstellen kann und woher der Name für das neue Album kommt, verraten Sänger Fabian Bottler und Bassist Markus Harbauer im Interview mit ZEITjUNG.de:

ZEITjUNG: „Lieder für die Autobahn“ – der Titel erinnert an selbstgemachte Mixtapes für den besten Kumpel. Wie kam es zu dem Namen?

Fabian: Diese Mixtape-Metapher trifft es eigentlich ganz gut. Im Endeffekt ist das Album eine ziemliche Ansammlung an Songs, die wir in den letzten drei Jahren aufgenommen haben. Es sind auch ein paar Lieder von einem Album drauf, das wir wieder verworfen haben.

Hört ihr selbst immer laut Musik, wenn ihr auf der Autobahn unterwegs seid?

Fabian: Ja klar, auf Tour hören wir in unserem Tourbus immer Musik. Meistens Rammstein.

Markus: Der, der vorne neben dem Fahrer sitzt, muss DJ spielen und möglichst gute Übergänge hinkriegen.

Wie würdet ihr selbst eure musikalische Entwicklung seit der Erscheinung eures letzten Albums „Neuer Mensch“ einschätzen?

Fabian: Ich glaube, man merkt, dass wir erwachsener geworden sind und dass wir uns musikalisch besser ausdrücken können. Wir haben uns weiterentwickelt, die Texte wurden zwar fortgeführt, aber die Musik hat sich verändert. Bei „Neuer Mensch“ hatten wir gerade unseren ersten Major-Vertrag bekommen, da standen wir bei der Produktion ziemlich unter Druck.

Markus: Wir waren eigentlich schon fertig mit dem kompletten Album, haben uns dann aber von externen Personen reinreden lassen. Leider.

Fabian: Wir waren jung, überfordert und nicht selbstbewusst genug, um uns gegen zehn externe Einflüsse zu widersetzen. Dann haben wir das Album beiseitegelegt und nochmal von vorne angefangen. Deshalb hört man auch, dass „Neuer Mensch“ teilweise sehr gezwungen klingt.

Markus: Bei dem jetzigen Album haben wir mit verschiedenen Produzenten zusammengearbeitet, haben uns Input geholt und waren viel entspannter – und demnach auch kreativer. Man hört, dass wir selbstbewusster geworden sind.

Ihr beschreibt euren Musikstil als Post Pop Soundsystem – was kann man sich darunter vorstellen?

Fabian: Man wird als Musiker immer gefragt, wie man den eigenen Musikstil beschreiben würde, deshalb wollten wie diesen Post Pop-Begriff etablieren. Wir sind schon poppig, versuchen aber, auch jazzige Elemente in unseren Pop reinzubringen.

Markus: Über die jetzige Platte hat sich einer beschwert, dass unsere Songs zu wenig Indie für den Indie-Markt und zu wenig Pop für den Deutschpop-Markt sind. Aber genau das ist ja das Geile daran, wir füllen eine Lücke. David Bowie hat damals eine Brücke geschlagen zwischen kommerziellem Pop und Indie – so eine Brücke wollen wir auch schlagen. Deswegen der Begriff Post Pop: schon Pop, aber eben nicht ganz.

Eure Lyrics sind sehr bildreich und voller Metaphern. Wer schreibt denn bei euch die Texte?

Fabian: Das machen Beni und ich. Ich habe noch keinen anderen Menschen gefunden, mit dem ich so gut texten kann. Wir haben ein sehr ähnliches Vokabular. Wenn ich zum Beispiel „Segel“ sage, weckt das bei ihm dieselben Assoziationen wie in meinem Kopf. Ich mag es überhaupt nicht, direkt zu schreiben, ich drücke mich lieber in Metaphern und Bildern aus.

Du möchtest deinen Fans möglichst viel Spielraum für eigene Assoziationen lassen.

Fabian: Ja. Genau das ist das Spannende daran. Ich liebe es, wenn die Fans nach dem Konzert auf uns zukommen und uns darauf ansprechen, was für Bilder der Song bei ihnen im Kopf erzeugt hat. Ich vergleiche deren Sichtweise dann mit meiner Sichtweise und komme auf ganz neue Ideen.

Auf Tour wart ihr fünf drei Monate am Stück zusammen. Jetzt, nach der Tour, zieht jeder sein eigenes Ding durch – Was treibt ihr denn gerade so?

Fabian: Ich studiere Architektur hier in München. Beni wohnt momentan für ein Auslandssemester in Barcelona und studiert dort VWL.

Markus: Ich arbeite in einem Studio in Giesing und bin nebenbei Barkeeper. Christian ist Schlagzeuglehrer und spielt viel auf Konzerten. Johannes macht auch eigene Musik. Klar sehen wir uns auch oft, aber jeder kann seinen eigenen Weg gehen. Trotzdem wird Exclusive immer unser gemeinsames Baby sein.

Im Herbst geht ihr mit dem neuen Album auf Tour. Sind denn danach auch schon neue Songs in Planung?

Fabian: Die nächsten zwei Jahre wird sich einiges tun. Wir haben natürlich immer den Anspruch, musikalisch am Puls der Zeit zu sein, deshalb wollen wir auf jeden Fall schnell wieder Musik releasen.

Markus: Ich würde uns zwei Jahre geben, bis wir wieder ein Album rausbringen.

 

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Beitragsbild: Leopold Jonas

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