#JeSuisEnTerrasse: Paris holt sich das Lebensgefühl zurück

Scorbette Café de Flor Paris

Paris – die Stadt der Liebe. Sie steht für Vergnügen, für Leichtigkeit und Genuss. Nirgends gibt es bessere Croissants, der Duft frischer Kaffeebohnen erfüllt die Straßen. Diesem Lebensgefühl und der Kultur der französischen Hauptstadt folgen jährlich tausende Touristen. So auch in der Nacht vom vergangenen Freitag. Viele der 129 Opfer befanden sich gerade in Kulturstätten wie Cafés, Bars oder im Konzertsaal des Bataclan. Bis das Grauen die Stadt überschattete. Jetzt will sich Paris das zurück holen, wofür die Stadt steht: Ein Lebensgefühl, das die Menschen auf den Straßen vereint.

Unter dem Hashtag #JeSuisEnTerrasse folgen nun Anhänger dem Aufruf von Frankreichs Präsident Hollande am vergangenen Samstagvormittag: „We won’t give in to terrorism by interrupting our way of life.“, sagte er in seiner der Rede der Bevölkerung. Nun teilen Anhänger des Pariser Lebensgefühls bei Twitter und Instagram Bilder, auf denen sie beim gemeinsamen Kaffee, einem kalten 1664, oder einem Glas gutem Rotwein zu sehen sind. Gemeinsam und unbeschwert genießen sie ihre Zeit. Doch nicht ohne Gedanken an die Toten. Tonight we had dinner with French friends at Le Petit Canard and laughed till our faces hurt“ schreibt Twitter-Userin Edna. “We told each other if we don’t sit at the terrace today, we probably won’t do it again,” berichtet die 65-Jährige Marie-Therese Vasseur dem Guardian, die im strömenden Regen unter einem Baldachin im Café Zephyr im Grands Boulevards sitzt. “We can’t just stop living.”

 

Toutes au bistrot: Zurück ins schöne Leben

 

Mit der Aktion sollen auch die Pariser Gastronomiebetriebe wieder aufleben. Am gestrigen Tag, Dienstag dem 17.11., riefen Pariser Restaurants wie das Monsieur Bleu oder der Fooding Restaurant Guide unter dem Appell tous au bistrot dazu auf, gemeinsam Essen zu gehen und dabei um 21 Uhr eine Schweigeminute zu Ehren der Opfer abzuhalten. Außerdem sollen damit Gastronomiebetreibern wie dem Café-Besitzer Fabien Mazars geholfen werden, Touristen zu motivieren, wieder die Cafés, Bars und Restauarnts zu besuchen. Viele fürchten sich nach den Anschlägen vor weiteren Taten und meiden öffentliche Plätze. Laut dem Guardian berichtet Mazars von weniger als 1/3 der üblichen Einnahmen am vergangenen Wochenende. Die Betriebe und deren Besitzer leiden somit auch finanziell unter den Anschlägen. Die Toten von Paris werden nicht vergessen, das Leben nimmt aber weiter seinen Lauf. Ein unbeschwertes Miteinander und Zusammenhalt ist dabei wichtig, genauso wie ein Gefühl der Unbeschwertheit, das Paris so wunderbar macht. „Wir werden weiterhin unsere Toten beklagen…aber morgen schon werden wir uns wieder küssen, wie die abscheulichen Perversen, die wir nun mal sind“, schrieb der Journalist Luc Vaillant in einer Kolumne der linken Zeitschrift Libération. Vive l’amour!

 

#JeSuisEnTerrasse„We won’t give in to terrorism by interrupting our way of life.“ – François Hollande, French President

Posted by AJ+ on Dienstag, 17. November 2015

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