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Die Langeweile einer Generation: Warum wir keine Hobbys mehr haben

Unsere Kindheit war geprägt von Bastelaktivitäten, Tanzkursen und Handarbeiten. Heute gammeln wir bei Netflix auf der Couch.

Als Kind waren Hobbys unser Leben: Mandalas malen, puzzeln oder Modelle bauen. Wir haben gesammelt was das Zeug hält, von Pokémon-Karten über Diddl-Blätter, bis hin zu Stickern auf der Kellogg’s-Packung. Das 1000-Teile-Puzzle war unsere größte Herausforderung und mit Legos bauten wir die stärksten Burgen. Selten war uns langweilig, wir waren immer in Bewegung. Feste Termine wie der Schwimmkurs gehörten zum Alltag.

Heute bewegen wir uns unregelmäßig und eher lustlos ins Fitnessstudio, den Körper immer im Blick. Leibesübungen werden hauptsächlich dazu verrichtet, um den Body vorzeigbar zu machen. Wir machen kaum mehr etwas, wovon nicht unser Körper, unser Gehirn oder unsere Zukunft profitieren. Nichts mehr um der Beschäftigung selbst willen. Alles ist kalkuliert, die Kreativität bleibt auf der Strecke.

 

Das krampfhafte Festhalten an Freiheit und Flexibilität

 

Wir wollen flexibel bleiben, ein fester Termin in der Woche, zu dem man sich verpflichtet hat, passt da nicht rein. Das trifft auch auf Hobbys zu. Einmal wöchentlich in den Malkurs, Gesangsunterricht oder zur Schreibwerkstatt ist uns zu viel. Schließlich sind diese Aktivitäten mit Erwartungen verbunden. Dazu gehören auch Mannschaftssportarten. Dein Team zählt auf dich, fehlst du einmal, fehlt gleichzeitig ein Glied in der Kette.

Lieber vertreiben wir uns die Zeit, indem wir passiv durchs Fernsehprogramm zappen, uns bei Netflix der neusten Folge „Homeland“ widmen oder uns durch die Timeline bei Facebook klicken. Das ist schließlich günstiger, unverbindlicher und bequemer. Der Kostenfaktor eines Hobbys dient vielen als Ausrede, keines zu haben. Dabei wäre das eine sinnvollere Investition, als die neuste Spielekonsole. Denn wenn dem Menschen eines gut tut, dann ist es, sich wie als Kind in stundenlangem Basteln, Malen und Musizieren verlieren zu können. Einmal den Kopf ausschalten und die Welt um sich herum vergessen können – dann wird vielleicht sogar das 1000er Puzzle wieder zur Herausforderung.

Beitragsbild: martinak15

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