Die Lust ist nicht weg, sie hat sich nur verändert: Was „responsive desire“ bedeutet

Kennst du das: Die Lust auf Sex ist einfach weg, und du fragst dich, ob mit dir oder deiner Beziehung etwas nicht stimmt? Sexualtherapeutin und Podcasterin Emily Morse widerspricht dem in ihrem aktuellen Newsletter „Sex With Emily“ – und liefert dafür ein Konzept, das in der Sexualforschung längst etabliert ist und unter anderem auf das viel zitierte Modell der Sexualforscherin Rosemary Basson zurückgeht: „responsive desire“, reaktives Verlangen.

Der Kerngedanke: Nicht jede Lust entsteht spontan aus dem Nichts. Bei vielen Menschen, besonders in längeren Beziehungen, kommt Verlangen erst als Reaktion auf Nähe, Berührung oder Stimmung – nicht davor. Wer auf spontane Lust wartet, wartet oft vergeblich, ohne dass irgendetwas „kaputt“ wäre. Stattdessen hilft laut Morse: Nähe ohne sofortigen Sex-Anspruch als Einstieg, statt Druck aufzubauen.

Für dich heißt das vor allem eins: Schwankendes Verlangen ist kein Warnsignal, das zwingend nach Reparatur schreit – genauso wenig wie geplanter statt spontaner Sex ein Alarmzeichen ist – es ist bei vielen Menschen einfach normal, gerade wenn Alltag und Stress dazwischenfunken.

Kennst du „responsive desire“ aus eigener Erfahrung – oder ist dir spontane Lust vertrauter?

Foto von Alexander Krivitskiy: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarz-und-weiss-schwarzweiss-liebe-love-15373041/