Selbstversuch: Online-Backkurs

Online-Backkurs

Mit 23 Fremden in der Küche. Buttercreme, gebratene Äpfel und Biskuitboden. Am 3. Advent habe ich einen Online-Backkurs besucht, als Backanfängerin.

Als meine Tante mich fragte, ob ich Lust auf einen Online-Backkurs hätte, wurde der Lockdown-light verhängt- na klar war ich dabei. Am dritten Advent war es dann soweit: Treffpunkt war die Küche meiner Tante. Da sich meine Backfertigkeiten auf einen Bananenkuchen beschränken und ich in der Küche zwei linke Hände habe, war ich mir unsicher, ob wir unser Ziel an diesem Tag erreichen würden. Eine Bratapfel-Torte sollte es werden.

Tortenspachteln, eine Kuchensäge und Spritztüten. Das hatte meine Tante vorher besorgt. Außerdem alle nötigen Lebensmittel. Und die Veranstalter*innen von Bake-Night sendeten noch ein Päckchen mit fünf Äpfeln, einer roten Schürze und dem Rezept für den Kurs, der 40 Euro kostet. Wir sind startklar.

Gebratene Äpfel und die anderen Teilnehmer*innen auf dem Bildschirm

Den Laptop drapieren wir seitlich der Küchenplatte und folgen dem Link zum Zoom-Meeting. Immer mehr Gesichter ploppen auf und wir entscheiden uns dazu die Kamera anzubehalten, so wie die anderen. Sophie fängt an zu sprechen, sie ist unsere Backlehrerin für diesen Tag. Sie ist eine junge, sympathische Frau und stellt sich als professionelle Hobbybäckerin vor. Sie steht in ihrer eigenen kleinen Küche und freut sich auf die kommenden Stunden. Wir sollen sie anpinnen und können sie so die ganze Zeit sehen. Nun ist Vorstellungszeit, jeder sagt ein paar Sätze zu sich und es herrscht euphorische Stimmung. Saskia aus Sachsen oder Beate aus Mecklenburg-Vorpommern. Saskia hat den Kurs gewonnen, weiß selbst nicht so recht auf was sie sich einstellen soll. Auch wir stellen uns vor. Manche der Teilnehmer*innen sind zu zweit, manche alleine. Wieder andere sind schon etwas älter, zwei junge Freundinnen stoßen mit einem Sekt an.

Der Biskuitboden wird in drei Scheiben geschnitten.

Dann beginnt der Spaß. Alle außer Sophie stellen ihr Mikrophon aus und es wird sich nur noch auf die Bäckermeisterin konzentriert. Schließlich wollen wir nicht hinterherhängen. So wie Saskia später, die einige Arbeitsschritte verpasst hat und des Öfteren nachhakt: Die Buttercreme ist schnittfest? Ja. Wir können also die ganze Zeit Fragen stellen oder unseren Back-Stand zeigen. Die Äpfel werden geschnitten, mit Zimt gewürzt und angebraten. Dann kommt die Buttercreme, mit 500 Gramm Butter ein eher leichtes Törtchen. Jeder Schritt wird genaustens erklärt und zeitlich sind alle, außer Saskia, gleichauf. Sophie erklärt alles während sie selber ihre Torte macht, gibt Tipps für die Resteverwertung: Buttercreme sei super für Eierlikör und erzählt hier und da mal eine Anekdote. Da sie den selben Kurs schon einen Tag zuvor geleitet hat, habe sie die fertige Torte an ihre Nachbarn gegeben – so eine Nachbarin möchte ich auch gerne.

Den Biskuitboden sollte man schon einen Tag vorher backen, sodass direkt losgelegt werden kann. Der Boden wird geschnitten, bei uns ein bisschen krumm. Und dann kommen die Lagen: Boden, Buttercreme-Rand, Apfelfüllung. Und so bin ich, die Backanfängerin, dabei eine richtige Torte zu zaubern. Und sie sieht gar nicht schlecht aus. Nach 2 Stunden und etwas Kühlzeit sind wir 24 mächtig stolz – und hungrig. Wir bedanken uns alle bei Sophie, lächeln mit unseren Schürzen in die Kamera, alle in ihren Backteams, mit Freundinnen oder der Familie. Wir halten unsere fertige Torte ins Bild und Sophie macht ein Gruppenbild, das sie uns später sendet. Wir winken alle zur Verabschiedung und dann fragt Saskia erneut, ob ihre gebratenen Äpfel die richtige Konsistenz haben. Leider nein. Und dann verabschieden wir uns wirklich, schließen den Laptop und freuen uns auf ein Stück selbstgemachte Torte.

Die fertige Torte.

Auch mein Onkel gesellt sich jetzt dazu, wir essen und quatschen über den Tag. Im Haus riecht es nach Zimt und Wärme – weihnachtlich. Gerne wieder!

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Bildquellen: privat

Als Kölnerin liebe ich jedes bunte, tratschige oder politische Thema. Daneben findet man mich auf der Yogamatte oder in der nächsten Eckkneipe, immer im Gespräch mit anderen Menschen.