Solomamas: Das schaffe ich auch allein!

Um Mutter zu werden, braucht man nicht zwangsläufig einen Partner. Bild: Pexels

Mit 15 war ich das erste Mal verliebt. In einen Jungen aus meiner Klasse. Er war groß, ein Jahr älter als ich (was damals quasi erwachsen war) und hat für meine Teenagernase unglaublich gut gerochen. Aufgeregt erzählte ich meiner Oma von den Schmetterlingen in meinem Bauch, die das Gespräch nonchalant mit den Worten abkürzte: „Kind, pass auf! Kinder kriegen ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr.“

Heute bin ich 25 und frage mich, inwiefern dieser Spruch überhaupt noch stimmt

Mitte 20 ist eine komische Phase. Die einen feiern, die anderen machen Karriere und die dritten bekommen Kinder. Manch einer hat seit zehn Jahren eine feste Beziehung, die anderen sind Dauersingle, und so langsam, aber sicher greift in meinem Freundeskreis dieses große, gruselige Etwas namens „Biologische Uhr“ um sich.

Besonders schlimm wird es immer dann, wenn mal wieder eine Beziehung in die Brüche geht oder eine Freundin ein besonders mieses Date hatte.

Vor zwei Wochen war es mal wieder so weit. Ich war gerade auf dem Weg von der Uni nach Hause, als mein Handy klingelte. Nach dreimaligem Klingeln und der hektischen Suche in meiner Tasche nahm ich ab, das Telefon verband sich sofort mit der Freisprechanlage meines Autos. „Naaa“ rief ich in die Stille. „Wie war das Date mit Jonas?“ Die Leitung blieb fünf Sekunden still, dann prustete Jana in den Hörer. „Rahel, es war ein Desaster! Der Kerl schläft auf einer Matratze auf dem Boden in seinem WG-Zimmer, kifft wie ein Weltmeister und ernährt sich nahezu ausschließlich von Asia Nudeln.“ Ich stutze: „Wie alt war der nochmal?“ Ich kann Jana quasi die Stirn runzeln hören. „Angeblich 32, der hätte aber auch locker 17 sein können, bei dem Verhalten, was er an den Tag gelegt hat.“ Autsch. „Oh man ey! Wenn das so weitergeht, dann fahr ich einfach nach Holland und lasse mich künstlich befruchten. Da kann ich mir die Gene wenigstens aussuchen und muss mir den Stress mit dem Dating nicht geben.“ Jetzt bin ich diejenige, die grinsen muss: „Ja super, da kannst du dich gleich mit Mia zusammentun, die hatte letztens dieselbe Idee!“

Wir quatschen noch ein bisschen, Jana erzählt mir von den ungewaschenen Haaren ihres Dates und die Autofahrt vergeht wie im Flug. Doch zu Hause angekommen geht mir das Thema nicht mehr aus dem Kopf. Wie kann es sein, dass meine wunderbaren Freundinnen Mitte/Ende 20 plötzlich anfangen, ihre Ansprüche an den gemeinen Mann drastisch herunterzuschrauben, weil ihre Eierstöcke ihnen das Signal senden, dass da jetzt bald mal was passieren muss? Ich kenne das ja selbst. Zwar sind Kinder auf kurze Sicht noch kein Teil meiner Lebensplanung und dennoch schlägt meine Gebärmutter Purzelbäume, sobald ich irgendwo ein Baby im niedlichen Strampler im Kinderwagen liegen sehe.

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.