„Star Wars: The Bad Batch“ – Überraschend erwachsen

Fünf Klonkrieger

Nach den großen Erfolgen von „The Mandalorian“ und „Star Wars: The Clone Wars“ war es nur eine Frage der Zeit, bis es wieder eine neue Reise in eine weit, weit entfernte Galaxis geben wird. Mit „Star Wars: The Bad Batch“ erschien bereits am 4. Mai die erste 70-minütige Pilotfolge, die sich künstlerisch stark an seinem animierten Vorbild „The Clone Wars“ orientiert. Ich habe vorab einige Folgen sehen können und bin bereit, ein Zwischenfazit zu ziehen.

Im Zentrum der Handlung steht die fünfköpfige Spezialeinheit „Clone Force 99“, eine Klon-Sondertruppe, deren Mitglieder sich alle durch einzigartige Eigenschaften auszeichnen. So verfügt Kommandant Hunter über deutlich erhöhte Sinneswahrnehmungen und kann elektromagnetische Frequenzen wahrnehmen, Tech hat ein Faible für Technologie und Wissenschaft, Crosshair beherrscht das Scharfschützengewehr wie kein Zweiter, Wrecker ist der muskulöse Mann fürs Grobe und Echo ein modifizierter Cyborg.  

Sie sind gerade bei einem Einsatz, als über alle Kanäle die Botschaft des Imperators Palpatine zu hören ist: „Führt Order 66 aus“. Die Klonkämpfer stellen sich gegen die Jedi und bringen die meisten von ihnen um. Durch ihre Mutationen ist die „Clone Force 99“ jedoch in der Lage, selbst über die eigenen Taten nachzudenken. Sie finden sich in einem Dilemma wieder. Sollen sie den Befehlen Folge leisten oder auf ihr eigenes moralisches Verständnis hören? Gemeinsam müssen sie ihren Platz in einem neuen Imperium finden. Auf ihrer Suche treffen sie auch auf das ominöse Mädchen Omega, das mehr mit ihnen gemeinsam hat, als ihnen anfangs klar ist. 

Es sind die kleinen Momente

Zugegeben, die Order 66 als Zeitpunkt für ein „Star Wars“-Werk zu wählen, ist erst einmal nichts Revolutionäres. Aber anders als bei vielen Vorgängern dreht sich die Geschichte diesmal im Zentrum eben nicht um einen jungen Padawan oder einen Jedi, der mit einer neuen Ordnung zurechtkommen muss. Die Klontruppe bringt einen frischen Wind in die Sache und sorgt für jede Menge neue Perspektiven. Das liegt nicht zuletzt an den Charakteren selbst, von denen jeder eine ganz eigene Persönlichkeit mitbringt. Gekonnt werden sie einem auf ansprechende Art und Weise näher gebracht. Es gibt nur selten Dialog, der für Info-Dumps missbraucht wird. Vielmehr sind es die unterschiedlichen Reaktionen der Charaktere, durch die die Zuschauer*innen sie besser kennenlernen. Regisseur Dave Filoni gelingt es dadurch eine angenehme Dynamik in die sympathisch gestalteten Truppen einzubringen. Allgemein setzt „Star Wars: The Bad Batch“ vielmehr auf die ruhigen, kleinen Momente. Und das ist meiner Meinung nach auch gut so. Zugegeben, die Blasterduelle und aufreibenden Raumschifffahrten dürfen in einem Werk aus dem „Star Wars“-Universum nicht fehlen, aber besonders sind mir die emotionalen Momente in Erinnerung geblieben. Als wahrer Star entpuppt sich hier das kleine Mädchen Omega, die ihr ganzes Leben auf dem Wasserplaneten Kamino, dem Ursprungsort der Klone, gelebt hat. Als sie freudig das erste Mal trockene Erde berührt oder andere Kinder in ihrem Alter trifft, sind ihre Reaktionen nachvollziehbar und verleihen ihr einen ganz eigenen Charme. Auch die Beziehung zwischen der taffen „Clone Force 99“ und der verspielten Omega wirkt glaubwürdig und sorgt immer wieder für die ein oder andere lustige, aber auch traurige Situation. Wenn man Kritik bei den Charakteren anführen möchte, so kommt man nach den ersten Folgen nicht drum herum, dass sie bisweilen in Klischees verfallen. Das variiert aber stark, ich habe es in diesem Fall nicht als störend empfunden. 

Was hat es mit dem mysteriösen Mädchen Omega auf sich? Bildquelle: 2021 Lucasfilm Ltd. & ™

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.