Ich und mein Tiny-House: Ein Lifestyle auf acht Quadratmetern

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Peter Lustig von Löwenzahn würde wohl keiner als Trendsetter bezeichnen. Und doch war er es, irgendwie. Denn wen man an Löwenzahn denkt, dann kommt einem wahrscheinlich auch der Bauwagen in den Sinn, von wo aus er die Welt erklärt hat. Einen alten Bauwagen als Trend zu bezeichnen, klingt vielleicht etwas komisch. Aber Peter Lustig war damit seiner Zeit voraus: Es geht um sogenannte Tiny-Houses.
Solche Häuser haben maximal bis zu rund 30 Quadratmeter – und viele haben sogar gerade mal acht Quadratmeter. Trotzdem findet alles Platz, was man braucht: eine Minikochzeile, eine Nasszelle, ein kleiner Wohnraum und ein Schlafplatz.

Wohnraum für Obdachlose

Im Prinzip die notwendigsten Dinge, die man zum Leben braucht. Ein absoluter Luxus, bewusst auf so kleinem Raum zu leben, wo manch andere ja nicht einmal ein Dach über dem Kopf haben. Sich diesem Privileg absolut bewusst, gibt es in verschiedenen Städten Amerikas jetzt Projekte, die solche Häuser für Obdachlose zur Verfügung stellen sollen. Angefangen hat die Tiny-House Bewegung jedoch ganz anders: als Lifestyle. Jay Shafer gilt als Begründer der Tiny-House Bewegung. Er hat sich 1999 sein Tiny-House gebaut und ist dort eingezogen. Er hatte damit die Lösung auf einen Gedanken gefunden, der viele Großstädter beschäftigt. Zum einen bieten die kleinen Wunder einen Weg zurück zur Natur. Es geht dabei auch um den Wunsch nach Verlangsamung und Minimalismus, denn viel bekommt man in so einem Haus nicht unter. Tiny-Houses sind einer der radikalsten Schritte, wie man diesen Wunsch erfüllen kann – andere backen nur Brot oder züchten auf ihrem Balkon eigene Tomaten.

Häuser auf Rädern

Doch manche Menschen ziehen in so ein Haus, weil ihnen keine andere Wahl bleibt. Bis vor zehn Jahren galt immer noch das Prinzip „noch größer“ beim Eigenheim, vor allem um den eigenen Wohlstand zu zeigen. Irgendwann ging das aber nicht mehr: Wer jetzt schon mal versucht hat, in München eine bezahlbare Wohnung zu finden, kann das nachvollziehen. Tiny-Houses sind sehr viel billiger als normale Wohnungen, es gibt manche schon ab 5000 Euro zu kaufen. Deswegen haben sich die Tiny-Houses in den USA 2007 nach der Finanzkrise enorm verbreitet. Inzwischen gibt es ganze Dörfer und Gemeinschaften, die in so leben. Viele der Häuser dort müssen gar nicht immer dort bleiben: Tiny-Houses werden oft auch auf Rädern gebaut, um sie immer wieder an neue Orte schaffen zu können.

Auch in Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die ein Tiny-House besitzen, auch wenn es hier meistens noch als Ferienhaus dient und meist nicht dauerhaft bewohnt wird.

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