Trennung per Telefon: Wenn die Fernbeziehung zerbricht

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It’s a trap!

Und da ist er dann: Der Moment, in dem einem klar wird, dass der Film über die vermeintliche große Liebe eher einer RTL2-Betrüger-Sendung gleicht. Der erste Gedanke „Warum?“ wird schnell vom zweiten zur Seite geschoben: Wie soll man dem sprachlosen Familien- und Freundeskreis, vor dem man sein „Glück“ noch bis zum Schluss verteidigt hat, in die Augen schauen und erklären, wie sich jemand, der dir weis machen wollte er wäre reif genug, als riesen Griff ins Klo entpuppen konnte. Es ist nichts reif daran, sich nicht über die Verantwortung und die Tragweite einer richtigen Partnerschaft im Klaren zu sein. But that’s life. Leider lässt sich nichts vorhersehen und man weiß nie was im Kopf des anderen vorgeht. Wie soll man auch, wenn man selbst auf explizites Fragen nur vertröstende Antworten bekommt. Was es um einiges leichter macht, ist das Wissen, dass alles seinen Sinn hat, es für alles einen Grund gibt und Karma am Ende des Tages dafür sorgt, dass jeder bekommt, was er verdient.

„Egal was passiert. Meine Gefühle für dich werden immer bestehen bleiben.“

Das wirklich Schockierende? Dass sich über die Ernsthaftigkeit von Gefühlen offensichtlich wirklich diskutieren lässt. Wieso sagen manche Menschen Dinge, die sie nicht zu 100% ehrlich meinen bzw. nicht mal im Geringsten einhalten können? No one knows. Das Einzige, das ich weiß ist, dass es sich anfühlt als würde dir jemand den Boden unter den Füßen wegziehen. Wenn die Scharade vorbei ist und einem klar wird, dass alle Worte, Werte und Gemeinsamkeiten anscheinend gespielt und vorgetäuscht waren. Von einer Sekunde auf die andere ist von dem Menschen in den man sich verliebt hat, den man für echt gehalten hat, nichts mehr übrig und eine neue, eiskalte Seite, die man trotz all der Zeit zusammen nicht mal hätte erahnen können, kommt zum Vorschein.

Was dann bleibt, ist eine unerträgliche Leere. Denn die Trauer kommt nicht etwa vom Verlust einer Person, die einen absolut nicht verdient hat – sondern von der Scham darüber, dass man mal wieder jemandem eine Chance und das Ticket für den Zutritt in seine Welt gegeben hat. Wofür? Um enttäuscht und verletzt, auf der Strecke zu bleiben. Wie soll man mit dem Gedanken leben, dass man vor jemandem einen Seelen-Striptease hingelegt hat, dem man nichts bedeutet? Der das Interesse so schnell an einem verloren hat wie ein Kind an seinem Spielzeugauto.

Eine Antwort darauf gibt es wohl nicht. Aber wie alles im Leben geht auch sie vorbei. Die Phase, in der du dich tagelang im Bett vergräbst, die Wand anstarrst und keinen Bissen runter kriegst. In der die Gesichtsmuskeln komplett vergessen haben, wie man sie zum Lachen benutzt und man auf eine Erleuchtung hofft um das Ganze auch nur ansatzweise nachvollziehen zu können.

Viele sagen, dass Menschen, die immer ein relativ einfaches Leben hatten, oft nicht verstehen können, wie schmerzhaft eine Trennung von jemandem ist, dem man sich anvertraut hat. Wie sehr man unter gebrochenen Versprechen leiden kann. Das ändert leider trotzdem nichts an der Gänsehaut, die man jedes Mal aufs Neue bekommt, wenn man der Wahrheit ins Auge sieht: Alles woran man festgehalten hatte, war ein einziger Bluff.

Earned it (not)

Lesson learned: Es hat sich nur ein weiteres Mal bestätigt, was jeder eigentlich auch schon vorher weiß: Vertrauen ist etwas, das man nie zu schnell verschenken sollte und nur die wenigsten auch wirklich verdient haben. Gibt es sie überhaupt noch? Gute Menschen mit ehrlichen Intentionen, auf die man sich verlassen kann? Ich bin mir sicher – irgendwo. Denn trotz allem wartet da am Ende der dunklen Straße ein Gefühl, das alles besser macht: Erleichterung. Darüber, dass man wenigstens nicht noch tiefer in das Loch gezogen wurde, nicht noch länger hingehalten und belogen wurde. Danke. Das Leben geht weiter und zwar noch heller und schöner als zuvor. Mit den richtigen Menschen, die wissen wie wertvoll man ist und bleiben.

PS: Natürlich gibt es auch genug Fälle, bei denen alles gut läuft und perfekt funktioniert – ganz viel Liebe an euch Helden, ihr seid großartig!

Praktikantin: Neue Dinge erleben. Immer, überall und so oft es geht! Egal wie verrückt die Aktion wird, Joanna die geile Sau (Ja, ich habe immer sehr viel Spaß auf der Wiesn) überlegt nicht lange. Aufgewachsen irgendwo zwischen Brasilien, einem kleinen bayerischen Dorf und einigen deutschen Großstädten, hat es mich schon von klein auf in die Welt gezogen. Und ich will tanzen und schreiben! Am liebsten den ganzen Tag. Nach einem halben Jahr im Land der Kängurus kann ich es jetzt kaum erwarten, meine Zeit bei ZEITjUNG zu rocken!