Wie du like a boss auf die Frage „Was willst du mal werden?“ antwortest

Frau in rotem Blazer sitzt auf einer roten Couch und schaut selbstbewusst in die Kamera

Als wir klein waren fragten uns alle „was willst du mal werden, wenn du groß bist?“ und die meisten von uns antworteten wahrscheinlich mit Pilot*in, Lehrer*in oder Prinz*essin. Ein bisschen Zeit verging. Dann fragten sie uns wieder „was willst du denn später werden?“. Vielleicht antworteten manche von uns bereits damals mit YouTuber*in oder Influencer*in. Nun sind wir nochmal größer, zwar meistens immer noch nicht viel klüger, aber trotzdem fragen alle weiter „was willst du denn jetzt werden?“. Doch nie sind sie mit einer Antwort zufrieden.

Und dann noch das: „Was kann man später damit machen?“

Wurde früher wenigstens noch über den Traumberuf geschmunzelt, kommt heute direkt die Frage „Und was willst du damit später machen?“. Egal ob du gerade dein Schulabschluss in der Tasche hast, mitten in deiner Ausbildung oder im Studium steckst, sie werden nicht aufhören zu fragen und du wirst nicht aufhören, genervte Antworten zu geben, weil du es vielleicht einfach nicht weißt.

In Übergangsphasen häufen sich nicht nur die Fragen der Verwandten, sondern auch die eigenen Fragen im Kopf. Was will ich denn überhaupt werden? Das führt zu einem unglaublichen Druck, sowohl von außen als auch von innen. Denn den meisten Stress machen wir uns selbst. Wir lassen es uns vielleicht nicht anmerken, aber die Zukunft macht uns nervös. So dringend wir vielleicht auch ausziehen wollen und endlich unabhängig von unseren Eltern sein möchten, so angsteinflößend ist auch die Vorstellung, selbst die Steuererklärung zu machen oder das Klo zu putzen.

Wofür brennt das Herz im Hier und Jetzt?

Ob es nun ernstgemeintes Interesse an unserer Zukunft ist oder reiner Smalltalk, weil derjenige sonst nicht weiß, was er*sie uns junge Menschen fragen soll, ist die Frage „was willst du später werden“ dennoch eine wichtige. Aber sollten wir uns nicht lieber selbst fragen, was wir später erreichen wollen? Und sollten uns die anderen nicht besser nach unseren Leidenschaften und Fähigkeiten fragen, bevor wir uns weiter unter Druck setzen und uns eine Frage stellen, die wir wahrscheinlich niemals beantworten werden können?

Gönnen wir uns doch mal eine Pause von dem Smalltalk über die Zukunft und fragen wir uns einmal was wir jetzt gerade wollen und wofür unser Herz brennt. Manche von uns haben vielleicht bereits ein genaues Bild von sich und ihrem zukünftigen Arbeitsplatz.

Einige haben vielleicht eine ungefähre Vorstellung von der Zukunft und wieder andere von uns haben einfach keinen Plan. Es ist toll, wenn du jetzt ein klares Ziel vor Augen hast, aber genau so aufregend ist der Prozess indem du dieses Ziel für dich definierst.

Die spannendste – und entwaffnendste – Gegenfrage

Also anstelle, dass wir uns durch Berufstests im Internet klicken, damit wir endlich eine einigermaßen gute Antwort auf die Frage „was willst du später mal werden?“ haben, sollten wir lieber eine Gegenfrage stellen und zwar:

„Was wolltest DU denn früher werden? Und was machst DU heute?“

Wer weiß, vielleicht ergibt sich so auch auch ein richtiges spannendes Gespräch. Jedenfalls sollten diejenigen, die uns sonst mit den Zukunftsfragen unbewusst unter Druck setzen, lieber von sich erzählen und zugeben, dass sie damals auch nicht sofort wussten was sie machen wollten. Sie sollten uns bestärken im Ausprobieren und im Fehlermachen.

Weil, auch wenn niemand weiß, was du mal mit einem Studium in Onomastik (Lehre über die Geschichte, Entwicklung und Bedeutung von Namen) machen kannst, wahrscheinlich nicht mal der Professor an deiner Uni, lernst du dabei selbstständig zu sein, viel über dich selbst und vielleicht auch nebenbei tatsächlich etwas über die Herkunft deines Vornamens.

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Bildquelle: Pexels; CCO-Lizenz

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