5 Fragen an Alina: Haben wir nicht alle einen Fetisch?

Alina Schröder Fetisch

Alina ist Videobloggerin vom Radiosender DASDING. Jede Woche spricht sie in ihrem YouTube-Channel „Alina – die Liebe und der Sex“ über Herzkicks, Herzweh oder die Frage, warum uns die Liebe doch täglich auf dem Herzen rumhüpft – ohne Rücksicht auf Verluste. Aber es geht auch um Sex: NoGos im Bett, SM oder Dreier – für Alina gibt es keine Tabus! Diese Woche geht es um Fetische.

In deinem neuen Video geht es um Sex-Fetische! Warum ist dieses Thema immer wieder so präsent?

Sex-Fetische haben noch immer etwas Geheimnisvolles. Sie stecken irgendwo zwischen der gesellschaftlichen Tabuzone und der sexuellen Aufgeklärtheit fest. Nicht zuletzt durch Shades of Grey sind Fetische und besondere sexuelle Vorlieben inzwischen etwas salonfähiger geworden. Plötzlich kann sich jede 4. Frau vorstellen, Sex mit Handschellen und Peitschen mal auszuprobieren. Vor dem Bestseller und dem Film war es nur jede 6. Frau. Oft müssen gewisse Themen an die breite Öffentlichkeit gelangen, um aus der „Schmuddelecke“ zu kommen.

Was ist ein sexueller Fetisch überhaupt ganz genau?

Fetische sind bestimmte Gegenstände, manchmal auf Körperteile, die für die Fetischisten sexuell besonders erregend sind. Das können Materialen sein wie Leder, Samt oder Nylon oder eben Körperteile wie Brüste oder Füße. Prinzipiell kann jeder Gegenstand zu einem Fetisch werden. Es gibt verschiedene Auffassungen darüber, ab wann ein Fetisch ein Fetisch ist. Auch Experten sind sich nicht immer einig, ob eine sexuelle Vorliebe schon ein Fetisch ist. Sexualwissenschafter und Psychologen unterscheiden grundsätzlich zwischen einem partiellen und einem kompletten Fetisch. Nehmen wir den Lackstiefel als Beispiel. Bei einem partiellen Fetisch dient der Lackschuh nur der Erregung, muss aber nicht unbedingt beim Sex dabei sein um Lust zu empfinden. Fetischisten mit einem kompletten Fetisch können ohne den Schuh nicht zum Organsmus kommen.

Kann das nicht zum Problem werden?

Doch, manchmal muss es sogar therapeutisch behandelt werden. Viele Fetischsten leiden darunter, wenn ihr Fetisch krankhaft und ihr Leben dadurch sogar eingeschränkt wird. Besonders schlimm kann es in einer Partnerschaft werden, also wenn andere dann mit darunter leiden. Gerade wenn der Fetisch für den Partner eklig oder abstoßend ist. Wie zum Beispiel bei Körperflüßigkeiten oder gewalttätigen Neigungen beziehungsweise Demütigungen.

Was sind besonders verbreitete Fetische?

Es gibt kaum Zahlen darüber, weil die Fetische meist im Verborgenen ausgelebt werden. Komplette Fetische sind eher unter Männern verbreitet. Oft sind das Männer, die unsicher oder ängstlich im Umgang mit Frauen sind – daher nehmen sie einen Umweg und sexualisieren ein Objekt.
Aber es gibt immer mehr Fetisch-Parties mit Bondage-Klamotten, High-Heels und Handschellen, die in den Mainstream reinreichen. Oft geht es bei diesen Parties auch darum, in eine fremde Welt einzutauchen, sich hinter einer Maskerade zu verstecken bzw. frei zu sein und den Sexpartner zum Objekt zu machen. Sexuelle Attraktion wird dann unabhängig von einer Person empfunden. Die häufigsten Fetische sind allerdings Brüste, Pos und Genitalien. Bei Kleidungsstücken liegen Schuhe, Strümpfe und Unterwäsche vorne. Wobei es dabei oft mehr um den Geruch als den Gegenstand geht.

Wie entstehen Fetische überhaupt?

Darüber ist sich die Wissenschaft noch immer nicht einig. Das einzige, was man sicher weiß: Fetische entstehen meistens sehr früh, also schon in der Kindheit oder Pubertät und wir bekommen sie auch nicht mehr weg. Egal ob ausgelebt oder unterdrückt. Wir können im Laufe des Lebens allerdings neue Fetische entwickeln.

In ihrem neuen Video zeigt Alina mit Comic und Animationen 11 skurrile Sex-Fetische. Der skurrilste für sie: Oculolinctus. Ihr „Lieblingsfetisch“: No. 11.

https://www.youtube.com/watch?v=be2J0rUjP70

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Bildquelle: Alina Schröder