Frau telefoniert

Fernfreundschaften: Stärkere Bindung trotz Distanz

Über Fernbeziehungen findet man online eine Vielzahl von Ratschlägen und Erfahrungen. Aber wie sieht es eigentlich mit Freundschaften auf Distanz aus? Gerade in unserer Zeit der sozialen Medien sollte es doch gut möglich sein, in stetigem Kontakt mit Freund*innen aus aller Welt zu bleiben.

Im Normalfall läuft das bei einer Freundschaft ungefähr so ab: Man lernt sich in der Schule oder bei einem Hobby kennen, versteht sich nach einer Weile immer besser und schon hat man einen Freund oder eine Freundin fürs Leben gefunden. Aber was passiert mit Freundschaften, die man zum Beispiel beim Reisen schließt?

Eine aktive Entscheidung

Freundschaften im Heimatort sind in der Regel recht einfach zu pflegen. Man sieht sich regelmäßig in der Schule, beim Sport oder durch gemeinsame Bekannte – es gibt immer Zeit, um sich über Aktuelles auszutauschen. Bei Fernfreundschaften hingegen gestaltet sich dies natürlich schwieriger. Die Entscheidung, an dieser Freundschaft auch auf Distanz zu arbeiten, wird eigentlich schon im Voraus getroffen. Angenommen, man lernt sich auf einer Reise kennen und verbringt eine Woche lang jeden Tag zusammen, dann kennt man sich danach bereits ziemlich gut. Doch dann muss man entscheiden, ob man es bei einer schönen aber begrenzten Reise-Freundschaft belassen oder ob man aktiv in Kontakt bleiben möchte, selbst wenn man sehr weit voneinander entfernt wohnt. Diese Entscheidung muss man dann immer wieder treffen, da man diese Freundschaft viel aktiver pflegen muss. Besonders der Austausch über alltägliche Dinge ist schwieriger, da man nicht nebenbei Informationen austauschen kann. Daher muss man mehr Zeit investieren, um über das Leben des anderen Bescheid zu wissen.

Möglichkeiten um in Kontakt zu bleiben

In unserem digitalen Zeitalter ist es einfacher denn je, mit Freund*innen auf der ganzen Welt in Verbindung zu bleiben. Dennoch erfordert es den Willen beider Seiten, den Kontakt aufrechtzuerhalten. Das umfasst alles von kleinen WhatsApp-Nachrichten über stundenlange Telefonate bis hin zu Snaps, in denen man einfach seinen Tag teilt. Dennoch sollte der persönliche Kontakt im besten Fall nicht zu kurz kommen. Es ist natürlich oft eine kostspielige und weite Reise, die man auf sich nimmt, aber es ist einfach schön, die Menschen, die man bereits aus Geschichten der Fernfreund*innen kennt persönlich zu treffen. Es gibt jedoch auch andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel ein Treffen auf halber Strecke oder ein kurzer Zwischenstopp vor dem Urlaub. Letztendlich spielt es keine Rolle, wie man in Kontakt bleibt – solange beide Seiten daran interessiert sind, diese Freundschaft zu pflegen, wird es funktionieren.

Wieso Fernfreundschaften so besonders sind

Obwohl eine Fernfreundschaft vielleicht mehr Zeit und Anstrengung erfordert, bietet sie viele Vorteile und kann Freund*innen für das ganze Leben hervorbringen. In solchen Freundschaften kann die Bindung sogar stärker sein als mit Freund*innen, die um die Ecke wohnen, da beide Seiten aktiv entscheiden, die Freundschaft aufrechtzuerhalten. Sie setzen sich bewusst dafür ein, sie am Laufen zu halten, obwohl es einfacher wäre, darauf zu verzichten. Außerdem eröffnet eine Fernfreundschaft einen ganz neuen Freundeskreis in einer anderen Stadt, was bedeutet, dass man noch mehr neue Menschen kennenlernen kann, die potenzielle Freund*innen werden. Man hat die Möglichkeit, andere Orte zu entdecken. Eine Freundschaft außerhalb des engsten Freundeskreises zu haben, bedeutet außerdem, dass man stets Unterstützung erhält, denn der*die Freund*in steht natürlich auf deiner Seite und nicht auf der Seite von jemandem, den er*sie gar nicht kennt. Die zusätzliche Zeit, die man in Fernfreundschaften investieren muss, ist jede Sekunde wert.

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