LiebesLeben: Allein reisen – Die beste Entscheidung überhaupt

Frau mit Surfbrett am Strand

Katja malt mit Sprache Bilder auf ihre Wortleinwand. In ihrer Kolumne nimmt sie euch mit in ihr Atelier: Als absoluter Gefühlsmensch schreibt sie über die Liebe und das Leben – ein bisschen philosophisch und ein bisschen psychologisch, mit einem Hauch von Melancholie.

Okay, zugegeben: Vielleicht ist die Überschrift ein bisschen übertrieben. Aber wirklich nur ein bisschen. Denn die Entscheidung, spontan ein paar Klamotten in einen Rucksack zu stopfen, mich mit einem Interrail-Ticket auf den Weg nach Portugal zu machen und an der Küste entlangzufahren, war wirklich eine der besten Ideen meines Lebens.

Für viele von euch klingt das vielleicht banal. Vielleicht seid ihr schon oft allein unterwegs gewesen. Vielleicht habt ihr schon in der Schule ein Auslandsjahr in Peru gemacht, habt nach dem Abschluss für ein paar Monate bei einem Freiwilligenprojekt in Indien geholfen oder seid durch Australien getrampt. Falls ja: Cool! Ich freue mich sehr für jede*n, der*die schon so früh erstens die finanziellen Möglichkeiten und zweitens den Mut hat, sich allein auf den Weg in ein anderes Land zu machen. Ich hätte die Mittel gehabt – aber der Mut hat mir gefehlt. Ich habe mich hinter Ausreden und Vorwänden versteckt.

Dabei ist es nicht so, dass ich nie Urlaub gemacht hätte. Denn das habe ich – früher mit meinen Eltern, später mit meinem Ex-Freund oder meinen Freundinnen. Und all diese Aufenthalte waren schön. Manche waren actionreicher als andere, aufregender als andere. Aber in der kurzen Zeit, die ich in Portugal verbracht habe, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass es sich hier wirklich um eine Reise handelt; auch um eine Reise zu mir selbst.

Ich habe noch nie bewusst so viel von einem Land gesehen wie in diesen zehn Tagen. Aber das ist es nicht allein. Denn vor allem habe ich eine Zeit noch nie so intensiv erlebt wie in diesen zehn Tagen. Noch nie habe ich unterwegs so viele verschiedene Menschen kennengelernt: Menschen aus Portugal, Frankreich, Belgien, aber auch Menschen aus Argentinien, Algerien, Südafrika, Venezuela, den USA. Und neue Menschen bedeuten vor allem: wertvolle Eindrücke und Momente, neues Wissen und neue Perspektiven.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!