Deine „privaten“ Claude-Chats waren öffentlich
Hast du schon mal einen Claude-Chat mit der „Jeder mit Link kann sehen“-Funktion geteilt, weil du ihn cool fandst oder jemandem zeigen wolltest? Dann lohnt sich jetzt ein Blick in deine Einstellungen. Ende Juli ist aufgeflogen, dass tausende angeblich privat geteilte Chats mit dem KI-Chatbot Claude von Anthropic über Google und Bing auffindbar waren, inklusive sensibler Inhalte wie Finanzdaten, Krankengeschichten, Kryptowallet-Adressen und Lebensläufen mit Kontaktdaten. Grund war laut Berichten ein simpler technischer Fehler, ein fehlendes „noindex“-Tag, das Suchmaschinen eigentlich vom Indexieren der Links abhalten sollte.
Anthropic hat reagiert und die technische Lücke geschlossen, Google zog betroffene Ergebnisse ab dem 26. Juli zurück. Ein ausführliches öffentliches Statement des Unternehmens blieb bislang aus. Wichtig für dich: Wer einen Chat geteilt hat, sollte unter Einstellungen, Datenschutz, Geteilte Chats prüfen, ob Freigaben noch aktiv sind, und sie im Zweifel widerrufen. Schon indexierte Inhalte können trotzdem an anderer Stelle archiviert bleiben, etwa auf GitHub. Teilen heißt bei KI-Chats aktuell: öffentlicher, als du vielleicht denkst.
Prüf jetzt kurz deine eigenen geteilten Chats, bei jedem KI-Tool, nicht nur bei Claude, und teile künftig nur, was du auch an eine Pinnwand im Flur hängen würdest.
Foto von Towfiqu barbhuiya: https://www.pexels.com/de-de/foto/hande-frau-smartphone-technologie-11350104/