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Ich bin alt und brauche das Geld

Die Frankfurter Buchmesse wurde zum Schauplatz für den wohl besten Prank des Jahres.

Dieser Artikel ist eine Zusammenarbeit mit Sparkasse.

Konzentrierte Gesichter, leichtes Schmunzeln, empörter Blick. Ja, so könnten Menschen aussehen, wenn sie eine neue Folge House of Cards schauen, in diesem Fall waren diese Emotionen aber tatsächlich auf der Frankfurter Buchmesse zu beobachten. Klar, das ist ja auch der Ort für einen Ritt wilder Emotionen. Ernsthaft. Also mindestens so ernst wie folgende Buchtitel: „Volkskrankheit Kind“, „Traumjob Spielerfrau“ oder unser Favorit: „Pimmel runter, Rente rauf. 100 Wege ein Kind zu verhindern, um die Rente zu sichern“.

Um was geht’s hier eigentlich?

Bevor sich jetzt vor Verwirrung ein empörter Blick auf deinem Gesicht festsetzt, konzentrieren wir uns doch lieber auf das Schmunzeln. Dazu solltest du dir dieses Video anschauen:

Gib es zu: So ein bisschen lachen musstest du schon.  „Traumjob Spielerfrau“? Echt jetzt? Das können wir doch besser! Die fragwürdigen (fiktiven!) Ratgebertitel auf der Frankfurter Buchmesse sind zwar witzig, haben aber in erster Linie eins zum Ziel: Awareness schaffen für ein ernstes Thema. Zudem machen sie deutlich: „Besser gute Beratung, statt schlechte Ratgeber“. 94% der Frauen halten finanzielle Unabhängigkeit für wichtig, allerdings denken nur 3%, dass es diesbezüglich sinnvoll ist, sich frühzeitig selbst um seine Altersvorsorge zu kümmern (VB 2019). Ähm, finde den Fehler…

Was das bedeuten soll?  Wenn du ehrlich bist, dann hast du doch auch noch nie wirklich über deine Rente nachgedacht?! Weil es doch noch so unendlich weit weg ist. Aber irgendwie ist es das halt doch nicht, erstens weil du schneller 67 bist, als du denkst und zweitens, weil du jetzt die Jahre lebst, die deinen Ruhestand formen. Mit 67 wieder in eine WG ziehen und daily Nudeln mit Tomatensauce? Ohne Witz, kümmere dich um eine ordentliche Rente. Und zwar am besten richtig: Lass dich persönlich (!) beraten! Sämtliche Ratgeber der Welt sind ein Witz dagegen. Schließlich wäre Parmesan zu deinen Nudeln schon fein, oder?

Parmesan auf den Tisch, Ratgeber in den Müll!

Die Aktion der Sparkasse auf der Buchmesse will aber nicht nur auf die Rente an und für sich aufmerksam machen, sondern insbesondere auch auf den Renten Gap, also die Differenz zwischen den Renten von Männern und Frauen. Den Pay Gap kennt man mittlerweile. Doch richtig schockierend wird es erst, wenn man weiter in die Zukunft blickt. Kurz festhalten, durchatmen, damit die Gesichtszüge nicht wieder entgleisen: Frauen bekommen aktuell nur etwa halb so viel Rente wie Männer. Glaubst du nicht? Kannst du dir nicht vorstellen? Dann schau selbst: Deinen persönlichen Rentengap kannst du dir hier errechnen lassen.

Fakt ist: Frauen verdienen, wie diese Studie 2018 belegt, durchschnittlich nach wie vor 21% weniger als Männer und bekommen eben auch eine deutlich geringere Rente. Dieses Kartenhaus der Ungerechtigkeit sollte weggepustet werden. Bevor wir jetzt aber auf die Barrikaden gehen und einen Tornado heraufbeschwören: Mit der richtigen Beratung kannst du schon mal einiges rausholen und gerade biegen. Die Sparkasse hat es sich mit der Aktion zur Aufgabe gemacht, die Unabhängigkeit von Frauen auch im Alter zu fördern. Frauen müssen sich – egal wie alt sie sind – mit ihrer Rente beschäftigen, um später abgesichert zu sein, aktuell muss jede fünfte alleinlebende Frau über 65 mit weniger als 900 Euro monatlich auskommen – das sollten wir ändern, also: Gemeinsam Pläne schmieden, Geld anlegen, sich nicht von Zahlen beißen lassen und einfach mal über die Zukunft quatschen. Also auf ins Haus des Geldes und das Kartenhaus gemeinsam festigen. Dein Future-You wird es dir danken.


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Bildquelle: Unsplash unter CC0-Lizenz

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