Nähe und Distanz: Das Beziehungsproblem schlechthin

Mann und Frau bei einem Streit

Es ist der Ursprung fast aller Streitthemen in Beziehungen: Verschiedene Vorstellungen davon, wie viel Nähe gut ist und wie viel Distanz es braucht. Warum sich fast alle Beziehungsprobleme auf diesen Konflikt zurückführen lassen und wie ihr ihn lösen könnt, lest ihr hier.

Ein weiser Mann, der zufällig auch Psychotherapeut ist, erzählte mir einst, dass die meisten ernstzunehmenden zwischenmenschlichen Probleme im Grunde auf demselben Streitpunkt basieren: Einem unterschiedlich starken Bedürfnis nach Nähe bzw. Distanz. Als er diesen Satz ausgesprochen hatte, war ich vollkommen baff. Kennt ihr diese Erleuchtungsmomente, in denen sich euch von der einen auf die andere Sekunde plötzlich etwas Wesentliches erschließt? Das war einer dieser Augenblicke. Denn besagter Mann hat absolut Recht.

„Du liebst mich ja gar nicht“ – Klassische Vorwürfe in Beziehungsstreits

Klar: Es gibt auch gravierende Beziehungsprobleme, die sich nicht um dieses Thema drehen. Wenn dich jemand immer wieder anlügt, hat das bestenfalls entfernt etwas mit Nähe und Distanz zu tun. Aber viele andere Probleme lassen sich tatsächlich darauf zurückführen: das Gefühl, nicht genauso geliebt zu werden, Eifersucht, Überforderung, (unerfüllte) Erwartungen, verschiedene Vorstellungen davon, wie oft man sich sehen sollte. Und eventuell auch das Bedürfnis der einen und das Widerstreben der anderen Person, die Beziehung zu öffnen.

Viele Sätze, die man in einem Streit an den Kopf geworfen bekommt oder die man selbst dem*der Partner*in entgegenschmettert, hängen damit zusammen:

  • „Du bist immer eifersüchtig wegen nichts.“
  • „Du fängst an zu klammern.“
  • „Das ist mir gerade alles zu viel.“

All das sind Dinge, die der- oder diejenige mit dem größeren Bedürfnis nach Distanz typischerweise von sich gibt. Auf der anderen Seite haut der- oder diejenige mit dem größeren Bedürfnis nach Nähe oft Sätze in dieser Art raus:

  • „Du liebst mich nicht so sehr wie ich dich.“
  • „Du nimmst dir nie Zeit für mich.“
  • „Ich bin dir nicht wichtig genug.“

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!