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Berlin ist beschissen im Winter

„Berlin im Winter ist ein echter Low-Performer“, findet unsere Autorin. Es folgt daher eine Anleitung für einen ein bisschen weniger beschissenen Winter.

Von Lisa Arhelger

 

Es ist Abend, aber hätte man nicht auf die Uhr geschaut, hätte man es nicht gewusst. Jeder Tag scheint neuerdings ein einziger Abend zu sein. Das Morgengrauen ist grauenhaft und geht direkt in die Dämmerung über. Meine Freundin C. und ich sitzen in einem kleinen Café und versuchen etwas Licht aufzutanken, indem wir wie ein angeschossenes Reh auf eine Vintage Lampe starren, die aussieht, als sei sie für Trödeltrupp wieder fit gemacht worden. Seit Oktober hat die Sonne nicht mehr geschienen. Gefühlt. Ein paar Leute in Thermo-Leggins betreten den Raum und bestellen Brownies und Ingwer-Tee. „Letztes Jahr hab ich mir deshalb Vitamin D Tropfen verschreiben lassen“, sagt C. „Man fühlt sich die ganze Zeit einfach nur müde und mies.“ Finster schüttelt sie den Kopf.

 

Vintage und Vitamin D

 

Seit ich vor ziemlich genau einem Jahr nach Berlin zog, zitterte ich bereits vor dem legendären Berliner Winter. Schon im Sommer begann ich angesichts dieses drohenden Schicksals Fertiggericht-Vorräte anzusammeln und panikartig günstige Flüge in die Karibik zu screenshotten. Und was soll ich sagen, ich wurde dieses Jahr nicht enttäuscht, was die Beschissenheit von „Sin-City“ ab November angeht: Nachdem ich wiederholt die Uni schwänzte, da sich mir ab minus 1 Grad nicht mehr der Sinn erschloss, meine Qualitity-Time-Playlist alleine auf der Couch zurück zu lassen, wagte ich den Vorstoß vor die Haustür, indem ich eines Tages zum Bäcker gegenüber ging: „Hattse dit nich’n bisken kleena?“, wurde ich gewohnt charmant begrüßt. Während ich mit einer Tüte voller Kürbiskerngebäck wegging, hörte ich den Auszubildenden zu seiner Chefin sagen: „Wat isn ditte für ne Nappsülze jewesen?“ Verträumt stapfte ich durch den Matsch zurück nach Hause.

Deshalb habe ich mit „echten Berlinern (und schon länger Zugezogenen)“ geredet und hier ihre Überlebens-Tipps für die kalte Jahreszeit zusammen gestellt:


  • 1

    Schwitzen im Spa

    Das Vabali-Spa in der Stadtmitte, nähe Hauptbahnhof, lädt alle gequälten Seelen zum Schwitzen und geschwitzt werden ein. Es ist nicht grade günstig, aber das ist dem Berliner seine Gesundheit wert. Sie soll ja noch die kommende Feiersaison durchhalten.

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