Black Friday: Statt Klamotten kaufen die Amerikaner Waffen

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Letzten Freitag war wieder Black Friday, Jahr für Jahr zeichnet er sich durch wilde Kaufrangeleien, nahezu verwüstete Geschäfte und verdammt überfüllte Kaufhäuser aus. Doch traurigerweise wurde dieses Jahr ein neuer Rekord aufgestellt: Die Amerikaner nutzten die Rabattaktionen dieses Tages, um ihren Waffenbestand nochmal aufzustocken. Mehr als 200.000 Käufe sollen es in den USA an diesem Tag gewesen sein. Sorry Leute, aber habt ihr es wirklich immernoch nicht gecheckt?

 

Waffen in den USA: Zahlen und Fakten

 

Daten des FBI haben die erschreckend hohe Zahl der Waffenkäufe an die Öffentlichkeit gebracht. Das ist traurig, denn erst jüngst zeigte eine Schießerei im kleinen US-Örtchen Sutherland Springs, bei der der Angreifer in einer Baptistenkirche 26 Menschen tötete, die Folgen der laschen Waffengesetze in den USA. Von US-Präsident Trump können wohl keine entsprechenden Handlungsschritte in Richtung Gesetzesverschärfung erwartet werden, aber das Problem liegt viel tiefer verankert: Nämlich in der US-amerikanischen Bevölkerung selbst. Allein im Jahr 2016 starben in den USA 37.000 Menschen durch Schusswaffen. Wie der Spiegel außerdem berichtet, besitzen 30 Prozent der erwachsenen US-Bürger persönlich eine Waffe, 42 Prozent leben in einem Haushalt, in dem es eine gibt. Im Durchschnitt wird pro Woche ein Amerikaner von einem Kleinkind angeschossen oder sogar erschossen. Trotzdem haben die Ammis einen Fabel für Waffen. Dies ist für uns unbegreiflich, in den USA aber historisch verankert. Vor mehr als 250 Jahren herrschte in Europa noch das mittelalterliche Prinzip. Waffenbesitz war das Privileg des Adels, der Obrigkeit. Anders war das in den USA, dort gab es Gesetze solcher Art nicht. Hier wurde in der Wildnis gelebt und zum Überleben brauchte man wohl eine Waffe. Diese Waffen-Beziehung setzte sich im wilden Westen fort. Eigentlich ein scheinbar ganz simpler Zusammenhang.

 

Wir schreiben das Jahr 2017, Schluss mit dem Historiengerede

 

Dennoch: Das war eben vor 250 Jahren. Wir leben im Jahr 2017 und in den USA bringen sich die Menschen mit ihren eigenen Waffen um. Auch wenn das Mittelalter-Argument im ersten Moment zieht, heutzutage, in denen wir alle mit Massaker-Nachrichten aus den USA überschüttet werden, ist das doch wohl etwas veraltet. Statussymbol Waffenbesitz hin oder her. Wenn die Amerikaner nicht verstehen, dass sie sich mit ihrem so unverzichtbaren Wild-West-Überlebenskampf-Statussymbol am Ende selbst umbringen, dann kann ihnen niemand mehr helfen. Und dass die Shopping-Exzess des Black Fridays die Waffenkäufe auch noch befeuern, ist wohl noch ein größeres Armutszeugnis.

 

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Bildquelle: pexels unter CC0 Lizenz

 

Nach zwei halbherzigen Semestern an der Uni war ich durch mit dem Thema Sozialwissenschaften. Die gute alte „Selbstfindung“ musste auch von mir in Angriff genommen werden. Vier Monate Arbeitsleben pur in Österreich und nochmal vier Monate Reisen in Südostasien später, fand ich meine tiefe Liebe für das Schreiben. Und sonst so? Ich bin auch noch unfassbar gut darin, teure Dinge zu verlieren, gerate oft unnötigerweise in Zeitnot und bin ein Profi im Analysieren. Wenn ich euch nicht gerade mit meinen Artikeln beglücke, bin ich in den Bergen, fange neue Perspektiven ein, reise durch die Welt oder verhelfe anderen Menschen zu ihren Reisen in ferne Länder. Oder aber ich tänzle mit einem verdammt guten Glas Rotwein durch die Küche, den Duft eines weltklasse Risottos in der Nase. Alles, bloß keine Monotonie.