Protest ist laut – auf der Straße und auch in der Musik. Diese Künstler*innen machen in ihren Werken auf (strukturellen) Rassismus aufmerksam, erzählen von ihren Erfahrungen und empowern die POC-Community.

Celina Bostic – Nie wieder Leise


In ihrem neuen Lied „Nie wieder leise“ singt die Berliner Singer-Songwriterin Celina Bostic von ihrem Aufwachsen als Schwarze Frau in einer weißen Mehrheitsgesellschaft. Im Video kriegt sie für ihre wichtige Message jede Menge Support von Samy Deluxe, Nura, Nikeata Thompson, Teddy Teclebrhan, Harris, Tupoka Ogette, Tyron Ricketts, Alice Hasters, Aminata Belli, Aminata Touré, Annabelle Mandeng, Tarik Tesfu, Thelma Buabeng, John Lwanga (Culcha Candela), Hadnet Tesfai und vielen mehr. Ein Song, den man nie wieder leise drehen sollte.

Credits: Matt Frik

Das Lied richtet sich auch an alle Schwarzen Menschen und People of Color, die wissen sollen, dass sie nicht alleine sind, dass sie eine Stimme haben und gehört werden.

H.e.R. – I cant Breathe

Unter die Haut geht auch der Song „I Can’t Breathe“ der US-Sängerin H.E.R.. „I Can’t Breathe“ sind ursprünglich die letzten Worten George Floyds und vieler weiterer People of Color,, bevor sie von Polizist*innen umgebracht wurden. Heute steht der Satz für die weltweiten Proteste gegen Polizeibrutalität in den Vereinigten Staaten und gegen die mangelnde Rechenschaftspflicht der Polizei. Diesen und weitere Songs der Bewegung findet ihr in der Spotify-Playlist Black Lives Matter.

Childish Gambino – This is america

2018 veröffentlichte der US-amerikanischen Rapper Childish Gambino (Donald Glover) das Musikvideo „This is America“. Es enthält viele versteckte Hinweise und unterschwellige Botschaften, die gesellschaftliche Probleme in den Vereinigten Staaten aufzeigen und kritisieren. Durch die Proteste nach dem Tod von George Floyd erreichte das Musikvideo neue Aufmerksamkeit.

Michael Jackson – Black or White

Dieser Song war in den 1990er Jahren Michael Jacksons musikalische Antwort – auf Polizeigewalt gegen den Schwarzen US-Bürger Rodney King.
Am 3. März 1991 wurde Rodney King von Polizisten des Los Angeles Police Department gestellt, nachdem er sich in alkoholisiertem Zustand eine Autoverfolgungsjagd mit mehreren Streifenwagen geliefert hatte. Anschließend schlugen die Polizisten auf ihn ein – auch noch, als der am Boden Liegende kaum mehr zu ernsthaftem Widerstand in der Lage schien.  King überlebte, dennoch versetzte die Empörung der Schwarzen Bevölkerung die Stadt Los Angeles für einige Tage in den Ausnahmezustand.

Auf die Tat an Rodney King folgte einige Monate später das Musikvideo „Black or White“ vom King of Pop, das eine Kontroverse in den Staaten auslöste. Vor allem die letzten vier Minuten stießen bei Kritiker*innen damals auf Unverständnis. In diesem Teil des Musikvideos zerstört Jackson scheinbar willkürlich Autoscheiben und fasst sich dabei mehrfach in den Schritt. Im Anschluss an die Kritik wurden nachträglich rassistische Graffiti – unter anderem ein Hakenkreuz und der Satz „KKK RULES!“ –  auf die Autoscheiben, die im Video zu sehen sind, eingefügt. Damit sollte gezeigt werden, dass sich das Video gegen rassistische Vereinigungen wie die Nationalsozialisten oder den Ku-Klux-Klan richtet, und der Beigeschmack des Vandalismus sollte entfernt werden.

Wenn der stereotype, weiße Amerikaner am Anfang von „Black or White“ aus seinem vorstädtischen Idyll in die Wüste Afrikas katapultiert wird, hält Jackson der Gesellschaft, in der er lebt, in satirischer Manier den Spiegel vor. Das ändert sich jedoch mit dem so stark kritisierten, letzten Teil des Videos. Er zeigt: die satirische Darstellung des Stereotypen reicht Jackson nicht aus, er hat mehr zu sagen. Später sagte er in einem Interview mit MTV:

“I want[ed] to do a dance number where I could let out my frustration about injustice and prejudice and racism and bigotry and within the dance I became upset and let go.”

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Bildquelle: Jan von Holleben, Jen Bender