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Frau Merkel, wir wollen Bildungs-Asyl für junge Flüchtlinge!

In einem Schreiben an die Kanzlerin fordern die Politiker Kretschmann, Bouffier und Dreyer das Asylrecht für junge Flüchtlinge in der Ausbildung.

„Warum schicken sie mich nach Afghanistan, was habe ich in Deutschland getan? Ich bin seit vier Jahren in Deutschland, ich habe nun deutsch gelernt, also bin ich immer zur Arbeit gegangen“, sagte der damals 22-jährige Hadi Aref vergangenes Jahr in einem Bericht der ARD.

Hadi Aref wird abgeschoben. In Deutschland lässt er eine Ausbildung, eine Arbeit – eine Zukunft zurück. Das ist das traurige Schicksal vieler junger Flüchtlinge zwischen 16 und 35 Jahren. Als Kinder nach Deutschland gekommen und dort hineingewachsen, kennen sie weder Kultur noch Land ihrer Heimat, erklärt das Netzwerk Afghanistan Info gegenüber der ARD. Werden sie abgeschoben, haben sie keinen Beruf und keine Zukunft.

 

Bleiberecht für junge Asylbewerber

 

Das könnte sich bald ändern. Denn in einem gemeinsamen Schreiben fordern die Ministerpräsidenten der Grünen, Winfried Kretschmann und Malu Dreyer, sowie Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die Kanzlerin nun dazu auf, ein Bleiberecht für junge Asylbewerber einzurichten. Zumindest solange, dass sie eine Ausbildung absolvieren können. Das war bislang nur unter schweren Bedingungen möglich. Denn welcher Betrieb nimmt schon einen Auszubildenden, der jeden Tag das Land verlassen könnte?

Mit einer Veränderung der Aufenthaltsgenehmigung wollen die Ministerpräsidenten also vor allem eines: Sicherheit schaffen. Für die Flüchtlinge und für die Arbeitgeber. „Wünschenswert wäre es zudem, wenn die Flüchtlinge nach abgeschlossener Lehre und mit der Zusage einer Arbeitsstelle eine zunächst befristete Aufenthaltsgenehmigung bekämen“, fasst die Süddeutsche das Schreiben zusammen. Dabei geht es nicht nur um humanitäre Gründe. Mit einem akuten Arbeitskräftemangel in Deutschland, seien junge, motivierte Flüchtlinge auch „hochinteressant für die Wirtschaft“, argumentieren die Politiker.

Also, bitte, Frau Kanzlerin, nehmen sie sich das Schreiben zu Herzen. Geben sie Menschen, wie Hadi Aref, die gerne arbeiten wollen, eine Chance, das Leben zu leben, das sie verdienen – egal, wo sie geboren sind. Denn in Zeiten, in denen der IS wütet und wütende Bürger mit Pegida für Völkerhass auf die Straße gehen, ist Bildung vielleicht das einzige, das wir für eine bessere Zukunft anbieten können.

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Bildquelle: Montecruz Foto unter CC BY-SA 2.0

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