CALL TO FIGHT: Der Kampf gegen Catcalling

Bild der Kampagne "CALL TO FIGHT"

„Ey, Süße“ oder „geiler Arsch“ sind keine liebgemeinten Komplimente, sondern verbale sexuelle Belästigung, auch Catcalling genannt. Die Folgen sind oft schwerwiegend für Betroffene und können langfristige psychische Probleme nach sich ziehen. Die Kommunikationsdesignerin Anna Fröse konzipierte im Rahmen ihrer Bachelorarbeit eine Kampagne für die Enttabuisierung von Catcalling und die Aufnahme eines Gesetzes gegen verbale sexuelle Belästigung in Deutschland. Das digitale Event auf Instagram und Facebook gibt Einblicke in die Erfahrungen von Betroffenen, Interviews mit Expert*innen und Aktivist*innen sowie selbst kreierte Kampagnenvideos. Anna möchte ein Zeichen setzen: Für eine Zukunft, in der verbale sexuelle Belästigung nicht mehr ungestraft bleibt und Betroffene die Möglichkeit haben, ihre Geschichten zu teilen.

Wir haben die Designerin zum Interview getroffen und mit ihr über die Ziele ihrer Kampagne, Tipps gegen Catcalling und die Gesetzeslage in Deutschland gesprochen.

ZEITjUNG: Warum hast du „CALL TO FIGHT“ ins Leben gerufen? 

Anna: Es hat mich persönlich interessiert, inwiefern verbale sexuelle Belästigung relevant ist – insbesondere im deutschen Gesetz. Ich wusste vorher gar nicht, dass das dort nicht verankert ist. Im deutschen Gesetz steht lediglich: Sexuelle Belästigung fängt erst bei Körperkontakt an. Das weckte mein Interesse und ich wollte wissen, wieso verbale sexuelle Belästigung so schlimm ist, welche Folgen daraus resultieren können und warum es wichtig ist, dass Catcalling in das deutsche Gesetz aufgenommen wird.  

Zj: Was ist das Ziel von „CALL TO FIGHT“? 

Anna: Das Hauptziel ist es, Awareness zu schaffen. Im besten Fall soll die Kampagne Druck auf die Politik ausüben und darauf aufmerksam machen, dass wir ein Gesetz gegen verbale sexuelle Belästigung in Deutschland brauchen. In der Bachelorarbeit habe ich die Kampagne passend für eine Petition kreiert. In der Realität habe ich die Petition nicht umgesetzt, aus dem einfachen Grund, dass die Petition von Antonia Quell schon beim Ausschuss liegt. Prinzipiell geht es darum, Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und herauszustellen: Catcalling ist immer noch relevant und wir fordern ein Gesetz gegen verbale sexuelle Belästigung. 

Bildquelle: Anna Fröse